14. November 2017

Bayer und Loxo Oncology vereinbaren die Entwicklung und Vermarktung neuartiger Krebstherapien mit gezielter Wirkung gegen onkogene Treiber

Larotrectinib (LOXO-101) und LOXO-195 zielen auf Tropomyosin-Rezeptor-Kinase (TRK)-Fusionsproteine ab, die bei verschiedenen Tumoren eine Folge genetischer Veränderungen sind / Gemeinsamer Vertrieb in den USA vorgesehen / Vermarktung außerhalb der USA ausschließlich durch Bayer / Zulassungsantrag für Larotrectinib in den USA für Ende 2017 beziehungsweise Anfang 2018 vorgesehen
Berlin, 14. November 2017 - Bayer hat mit dem in Stamford im US-Bundesstaat
Connecticut ansässigen biopharmazeutischen Unternehmen Loxo Oncology, Inc.
(NASDAQ: LOXO) eine globale Exklusivkooperation für die Entwicklung und
Vermarktung von Larotrectinib (LOXO-101) und LOXO-195 vereinbart. Beide
Wirkstoffe werden derzeit in weltweiten Studien für die Behandlung von
Krebspatienten, bei denen sich das Tropomyosin-Rezeptor-Kinase (TRK)-Gen
genetisch verändert hat, untersucht. Diese Veränderung des TRK-Gens, die ein
Merkmal vieler Krebserkrankungen ist, bewirkt eine unkontrollierte
Zellkommunikation und Tumorwachstum.

"Die Zusammenarbeit mit Loxo Oncology ist ein weiterer Meilenstein in unserem
Bestreben, unser Onkologie-Geschäft auszubauen, und unterstreicht unser
Engagement für dieses Therapiegebiet", sagte Dieter Weinand, Mitglied im
Vorstand der Bayer AG und Leiter der Division Pharmaceuticals. "Der sehr
innovative Ansatz von Loxo Oncology ergänzt unsere Onkologie-Pipeline mit
äußerst differenzierten Substanzen für unterschiedlichste
Behandlungsmodalitäten. Mit unseren Entwicklungen verfolgen wir das Ziel,
Patienten mit verschiedenen Typen von Krebserkrankungen einen wesentlichen
Nutzen zu bringen."

Larotrectinib ist ein oraler, wirksamer und hochselektiver TRK-Hemmstoff.
LOXO-195 ist ein TRK-Hemmer der nächsten Generation, ebenfalls selektiv und in
der Lage, potenzielle Mechanismen erworbener Resistenz auszuschalten, die
Patienten durch die Anwendung von Larotrectinib oder Multikinase-Inhibitoren
mit Anti-TRK-Wirkung entwickelt haben. Larotrectinib ist derzeit der einzige
selektive TRK-Inhibitor in klinischer Entwicklung, dessen zusammengefasste
klinische Daten ein deutliches und dauerhaftes Ansprechen zeigen. So beträgt
die von einem unabhängigen Reviewkommittee bestätigte Gesamtansprechrate 75
Prozent, unabhängig vom Tumortyp und Alter. Der erste Zulassungsantrag für
Larotrectinib ist in den USA für Ende 2017 beziehungsweise Anfang 2018 und in
der Europäischen Union für 2018 vorgesehen.

"Wir sehen ein großes Potenzial für Larotrectinib und auch für das
Nachfolgepräparat LOXO-195. Dieses hat das Potenzial, Patienten einen
zusätzlichen Nutzen zu bringen, wenn die Erkrankung unter anfänglicher
TRK-Inhibitionstherapie fortschreitet. Diese Arzneimittelkandidaten könnten das
Versprechen der personalisierten Medizin verwirklichen. Dabei richtet sich der
Therapieansatz nicht nach der Ursprungslokalisation des Tumors, sondern nach
der Tumorgenetik", sagte Robert LaCaze, Executive Vice President und Leiter der
strategischen Geschäftseinheit Onkologie bei Bayer.

"Diese Zusammenarbeit bedeutet für unser Unternehmen eine Neuausrichtung, weil
wir uns nun auf die Kommerzialisierung vorbereiten", sagte Jacob Van Naarden,
Chief Business Officer von Loxo Oncology. "Bayer verfügt über eine
Erfolgsbilanz bei gemeinsamen Vertriebsvereinbarungen mit aufstrebenden
biopharmazeutischen Unternehmen. Wir sind davon überzeugt, dass ihr
Onkologie-Team die hierfür notwendige weltweite Ausrichtung und Expertise hat
und mit ihrer auf Krebs spezialisierten bestehenden Vertriebsorganisation
unsere existierenden Vermarktungspläne komplettiert. Wir freuen uns auf die
Zusammenarbeit mit Bayer und glauben, dass wir unsere TRK-Inhibitoren zusammen
schneller und für mehr Patienten verfügbar machen können."

Die Vereinbarung sieht vor, dass Loxo Oncology eine Vorabzahlung in Höhe von
400 Millionen USD und bei Erreichen bestimmter Zulassungs- und Verkaufsziele
für Larotrectinib in den wichtigsten Märkten weitere Zahlungen von bis zu 450
Millionen USD von Bayer erhält. Darüber hinaus erhält Loxo Oncology weitere 200
Millionen USD bei Erreichen bestimmter Zulassungs- und Verkaufsziele in den
wichtigsten Märkten für LOXO-195. Bayer und Loxo Oncology werden die beiden
Produkte, Larotrectinib und LOXO-195, gemeinsam entwickeln und jeweils zur
Hälfte die Entwicklungskosten tragen. Bayer wird sowohl bei allen
regulatorischen Aktivitäten außerhalb der USA als auch bei den weltweiten
Vertriebsaktivitäten die Führung innehaben. In den USA, wo beide Unternehmen
die Arzneimittel gemeinsam vertreiben werden, teilen die Parteien sich die
betrieblichen Aufwendungen und Gewinne zu gleichen Teilen. Loxo Oncology ist
verantwortlich für den Zulassungsantrag in den USA. Bayer wird Loxo Oncology
mit gestaffelten Zahlungen im zweistelligen Prozentbereich an zukünftigen
Umsätzen außerhalb der USA beteiligen, sowie bis zu einer Höhe von insgesamt
500 Millionen USD Zahlungen bei Erreichen von bestimmten weltweiten
Umsatzzielen erbringen.

Über Larotrectinib (LOXO-101) und LOXO-195
Larotrectinib (LOXO-101) ist ein wirksames, orales und selektives neues
Prüfmedikament, das sich derzeit in klinischer Entwicklung befindet. Es ist
vorgesehen für die Behandlung von Patienten mit Krebserkrankungen verschiedener
Art, bei denen Abnormalitäten im Zusammenhang mit Tropomyosin-Rezeptor-Kinasen
(TRKs) eine Rolle spielen. Zahlreiche Untersuchungen legen nahe, dass die
neurotrophen TRK-Gene (NTRK-Gene), die für TRKs codieren und normalerweise
hauptsächlich für Verbindungen der Nervenzellen wichtig sind, abnorme Fusionen
mit anderen Genen eingehen können. Das führt zu Wachstumssignalen, die in
zahlreichen anderen Körperbereichen krebsauslösend wirken können.

In einer Analyse von 55 Erwachsenen und Kindern, die verschiedene Arten von
soliden Tumoren mit TRK-Fusion aufwiesen und nach RECIST-Kriterien ausgewertet
wurden, zeigte Larotrectinib eine bestätigte Gesamtansprechrate (overall
response rate, ORR) von 75 Prozent laut unabhängigem Review, und eine durch
Prüfärzte ermittelte ORR von 80 Prozent. Larotrectinib hat in den USA für die
Behandlung von soliden Tumoren mit NTRK-Fusionsproteinen und in Europa für
Weichgewebesarkome den Status als "Orphan Drug" (Arzneimittel für seltene
Leiden) erhalten. Darüber hinaus hat die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA
Larotrectinib den Status einer "Breakthrough-Therapy Designation" zugestanden.
Dieser gilt für die Behandlung von nicht resezierbaren oder metastasierenden
soliden Tumoren mit NTRK-Fusionsproteinen bei Erwachsenen und Kindern, die eine
systemische Therapie benötigen und deren Krankheit nach Vorbehandlung
fortgeschritten ist und für die es keine akzeptablen Behandlungsalternativen
gibt.

LOXO-195 ist ein wirksames orales und selektives neues Prüfmedikament in
klinischer Entwicklung für die Behandlung von Patienten mit Krebstypen, die
eine Resistenz gegen eine initiale TRK-Therapie wie Larotrectinib erworben
haben. Arzneimittel wie Larotrectinib können zwar ein dauerhaftes Ansprechen
bei diesen Patienten einleiten, allerdings kann der Tumor wieder anfangen zu
wachsen. Dieses Phänomen wird als "erworbene Resistenz" bezeichnet, da der
Krebs Merkmale erworben hat, die eine Resistenz gegen die zuvor wirksame
Anfangstherapie bewirken. Neuere Daten auf dem Gebiet der TRK-Inhibition lassen
darauf schließen, dass die erworbene Resistenz aufgrund von
TRK-Kinase-Punktmutationen auftreten kann. LOXO-195 wurde entwickelt, um diese
neuen Punktmutationen anzugreifen und ein erneutes Ansprechen der
Krebserkrankung des Patienten herbeizuführen. Im Juli 2017 begann eine
multizentrische Phase-I/II-Studie mit Patienten, die an einer Krebserkrankung
mit TRK-Fusion leiden und die während der Behandlung mit einem anderen
TRK-Inhibitor ein Fortschreiten der Krankheit oder eine Unverträglichkeit
aufwiesen.

Weitere Informationen über die klinischen Studien mit Larotrectinib oder
LOXO-195 sind unter www.clinicaltrials.gov oder auf der Website
www.loxooncologytrials.com verfügbar. Larotrectinib und LOXO-195 sind weder von
der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) noch von der
Europäischen Arzneimittelagentur oder anderen Gesundheitsbehörden zugelassen.

Über Krebserkrankungen mit TRK-Fusionen
TRK-Fusionen sind Chromosomenmutationen, die auftreten, wenn eines der
NTRK-Gene (NTRK1, NTRK2, NTRK3) sich auf abnorme Weise mit einem anderen, nicht
zusammenhängenden Gen verbindet (z. B. ETV6, LMNA, TPM3). Diese Anomalie führt
zu unkontrollierter und möglicherweise krebsauslösender Zellkommunikation.
TRK-Fusionen sind insgesamt selten, kommen aber bei vielfältigen soliden
Tumorerkrankungen bei Erwachsenen wie auch Kindern vor. Dazu zählen
Blinddarmkrebs, Brustkrebs, Gallengangskarzinome, Dickdarmkrebs, GIST
(gastrointestinale Stromatumoren), Fibrosarkome bei Kindern, Lungenkrebs, MASC
(mammary analogue secretory carcinoma) der Speicheldrüse, Melanome,
Bauchspeicheldrüsenkrebs, Schilddrüsenkrebs und verschiedene Sarkome.
TRK-Fusionen lassen sich mithilfe verschiedener Diagnosetests erkennen,
darunter zielgerichtete Next-Generation-Sequenzierung (NGS), Immunhistochemie
(IHC), Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung
(FISH). Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.TRKtesting.com.

Krebserkrankungen mit genetischen Veränderungen
Seit langem arbeiten Wissenschaftler daran, ein besseres Verständnis darüber zu
gewinnen, wie eine normale Zelle zu einer Tumorzelle wird, um bessere Therapien
mit weniger Nebenwirkungen zu entwickeln. Manche Menschen bekommen Krebs,
dessen Ursache eine einzige ungünstige DNA-Veränderung ist und die als
"onkogener Treiber" bezeichnet wird. Wenn mittels Gentest ein Patient mit einem
onkogenen Treiber identifiziert wird, besteht das Potenzial, hochselektive
Arzneimittel zur Hemmung der onkogenen Treiber anzuwenden. In den letzten
Jahrzehnten sind beachtliche Fortschritte zur Verbesserung der
Behandlungsergebnisse bei Krebspatienten erzielt worden. Gleichzeitig wächst
das Interesse, sehr zielgerichtete onkologische Medikamente zu entwickeln, die
den klinischen Nutzen der Patienten weiter maximieren sollen. Unterstützt wird
diese Entwicklung durch den verstärkten Einsatz von Gentests in der klinischen
Krebsmedizin und Verbesserung von chemischen Verfahren zur Herstellung von
hochselektiven Inhibitoren, die sich gegen einzelne Targets in der Krebszelle
richten.

Onkologie bei Bayer
Mit dem Ziel, das Leben von Menschen zu verbessern, arbeitet Bayer an der
Erweiterung seines Portfolios für innovative Behandlungen. Der Onkologiebereich
bei Bayer umfasst vier zugelassene Präparate sowie weitere Wirkstoffe in
verschiedenen Phasen der klinischen Entwicklung. Alle diese Produkte spiegeln
den Forschungsansatz des Unternehmens wider, der die Suche nach geeigneten
Zielmolekülen (Targets) zur Krebsbehandlung in den Vordergrund stellt.

Über Loxo Oncology
Loxo Oncology ist ein biopharmazeutisches Unternehmen, das in der Entwicklung
hochselektiver Medikamente für Patienten mit genetisch bedingten
Krebserkrankungen tätig ist und auf diesem Gebiet Innovationen hervorbringt.
Unsere Pipeline zielt hauptsächlich auf Krebserkrankungen ab, die eindeutig auf
einzelne Genabnormitäten zurückzuführen sind. Somit hat ein einziges
Arzneimittel das Potenzial, den Tumor mit dramatischer Wirkung zu bekämpfen.
Wir glauben, dass die selektivsten zweckbestimmten Medikamente die größte
Chance bieten, eine maximale Hemmung des Zielmoleküls zu erreichen, und somit
optimale Krankheitskontrolle und Sicherheit bieten. Unser Führungsteam sucht
gezielt erfahrene Branchenpartner, erstklassige wissenschaftliche Berater und
innovative klinisch-regulatorische Verfahrensweisen aus, damit wir den
Patienten neue Krebstherapien so schnell und effizient wie möglich zur
Verfügung stellen können. Weitere Informationen über das Unternehmen finden Sie
im Internet unter der Adresse www.loxooncology.com.

Bayer: Science For A Better Life
Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den
Life-Science-Gebieten Gesundheit und Agrarwirtschaft. Mit seinen Produkten und
Dienstleistungen will das Unternehmen den Menschen nützen und zur Verbesserung
der Lebensqualität beitragen. Gleichzeitig will der Konzern Werte durch
Innovation, Wachstum und eine hohe Ertragskraft schaffen. Bayer bekennt sich zu
den Prinzipien der Nachhaltigkeit und handelt als "Corporate Citizen" sozial
und ethisch verantwortlich. Im Geschäftsjahr 2016 erzielte der Konzern mit rund
99.600 Beschäftigten einen Umsatz von 34,9 Milliarden Euro. Die Investitionen
beliefen sich auf 2,2 Milliarden Euro und die Ausgaben für Forschung und
Entwicklung auf 4,4 Milliarden Euro. Weitere Informationen sind im Internet zu
finden unter www.bayer.de

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Zukunftsgerichtete Aussagen

Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen
enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der
Unternehmensleitung von Bayer beruhen. Verschiedene bekannte wie auch
unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass
die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die
Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen
abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in
veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der
Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei
Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an
zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.