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Neue Therapie des fortgeschrittenen Nierenkarzinoms:
Handelsname ist Nexavar® / Meilenstein für den Aufbau des Bereichs Onkologie / Auslieferung an Apotheken beginnt innerhalb von 24 Stunden
Leverkusen - Schneller als erwartet hat die amerikanische Arzneimittelbehörde
Food and Drug Administration (FDA) den gemeinsam von Bayer HealthCare und Onyx
Pharmaceuticals, Inc. entwickelten Wirkstoff Sorafenib für die Therapie des
fortgeschrittenen Nierenkarzinoms zugelassen. Das Medikament wird jetzt
innerhalb von 24 Stunden unter dem Handelsnamen Nexavar® an die Apotheken
ausgeliefert. Der orale Multi-Kinase-Hemmer ist die erste neue
Behandlungsoption für diese Krebsart seit über zehn Jahren.
„Die US-Zulassung von Nexavar® ist ein wesentlicher Schritt für eine
verbesserte Nierenkrebs-Therapie. Wir sind sehr froh, dass wir dieses dringend
benötigte Medikament dank der schnellen Zulassung jetzt früher als geplant zur
Verfügung stellen können“, sagte Werner Wenning, Vorsitzender des Vorstands der
Bayer AG. „Die positive Entscheidung der FDA ist zugleich eine Bestätigung für
die Neuausrichtung unseres Pharmageschäfts und ein Erfolg für den Aufbau
unseres Bereichs Onkologie.“
Die Zulassung basiert auf der bisher größten randomisierten und
placebo-kontrollierten Studie an Patienten mit fortgeschrittenem Nierenkrebs,
an der international 130 Zentren beteiligt waren. Unter der Therapie mit
Nexavar® hat sich das progressionsfreie Überleben annähernd verdoppelt.
„Wir sind zuversichtlich, dass der Wirkstoff Sorafenib auch bei anderen
bösartigen Tumoren eine viel versprechende Therapieoption sein kann. Mehrere
Studien dazu finden bereits statt“, erläuterte Arthur Higgins, Vorsitzender des
Executive Committees der Bayer HealthCare AG. „Darüber hinaus haben wir weitere
onkologisch wirksame Substanzen in verschiedenen Entwicklungs-Stadien. Da der
weitere Ausbau des Segments Onkologie für uns höchste Priorität hat, werden wir
die Entwicklung der aussichtsreichsten Arzneimittel-Kandidaten intensiv
vorantreiben.“
Bayer HealthCare hat auch bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMEA
(European Medicines Evaluation Agency) einen Zulassungsantrag gestellt. Mit dem
zentralisierten Verfahren kann ein Medikament in allen EU-Ländern die Zulassung
erhalten. Wenn die Behörde den Antrag positiv bewertet, könnte Nexavar® bis
Ende 2006 auch in der EU auf den Markt kommen. Darüber hinaus sind
Zulassungsanträge in der Schweiz, Australien, Brasilien, Kanada, und Mexiko
eingereicht worden.
Neue therapeutische Ansätze
Moderne Krebsmedikamente werden mit dem Ziel entwickelt, Krebs langfristig und
individuell maßgeschneidert zu behandeln. Mit der Zulassung von Nexavar® spielt
Bayer dabei eine führende Rolle.
Die neuen Krebstherapien greifen den Tumor zielgerichtet an: Sie halten das
Wachstum auf, indem sie die Wachstumssignale unterbrechen und/oder die
Blutversorgung des Tumors stoppen. Diese so genannten zytostatischen Therapien
haben oft weniger schwerwiegende oder leichtere Nebenwirkungen als die älteren
zelltötenden (zytotoxischen) Medikamente. Deshalb werden sie von den meisten
Patienten besser vertragen und können daher über einen längeren Zeitraum
eingenommen werden.
„Nexavar® gehört mit seinem Wirkmechanismus zu einer ganz neuen Klasse von
Medikamenten, die einen Umbruch der Krebsbehandlung bedeuten“, betonte Dr.
Wolfgang Plischke, Leiter der Bayer-HealthCare-Division Pharma. „Wir kommen
damit dem Ziel näher, eines Tages den Onkologen eine Auswahl von wirksamen, gut
verträglichen und miteinander kombinierbaren Krebstherapien anbieten zu können.
Sie können dann als Medikamentencocktails langfristig eingesetzt werden, so wie
es heute schon bei anderen schweren Erkrankungen wie Diabetes oder HIV üblich
ist. Wir wollen dazu beitragen, indem wir neue, gezielt gegen das Krebswachstum
gerichtete Therapien zusammen mit diagnostischen Tests entwickeln und so das
Leben der Patienten verlängern“.
Über Nexavar®
Nexavar ist der erste orale Multi-Kinase-Hemmer, der Serine/Threonin-Kinasen
und Rezeptor-Tyrosin-Kinasen in den Tumorzellen und in den Tumorgefäßen
angreift. In präklinischen Modellen wirkte Nexavar auf beide Kinase-Klassen,
die am Tumorwachstum und an der Angiogenese (Versorgung des Tumors mit Blut)
mitwirken und wichtige Voraussetzungen für das Krebswachstum sind. Dazu gehören
die RAF Kinase, VEGFR-2, VEGFR-3, PDGFR-ß, KIT und FLT-3.
Bisher wurde das Medikament an über 4.000 Patienten mit mehr als 20 Krebsarten
geprüft. Gegenwärtig werden Phase-III-Studien zur Therapie des
fortgeschrittenen hepatozellulären Karzinoms (Leberkrebs) und des
metastasierenden Melanoms (Hautkrebs) durchgeführt. Im ersten Halbjahr 2006 ist
der Start einer Phase-III-Studie an Patienten mit nicht kleinzelligem
Lungenkarzinom geplant.
Über die Bayer HealthCare AG:
Die Bayer HealthCare AG ist eine Tochtergesellschaft der Bayer AG und gehört zu
den weltweit führenden innovativen Unternehmen in der Gesundheitsversorgung mit
Arzneimitteln und medizinischen Produkten. Der Teilkonzern Bayer HealthCare
erzielte im Jahr 2004 einen Umsatz von rund 8,5 Milliarden Euro.
Das Unternehmen bündelt die Aktivitäten der Divisionen Animal Health,
Biologische Produkte, Consumer Care, Diabetes Care, Diagnostika sowie Pharma
und beschäftigte 2004 weltweit 35.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Ziel von Bayer HealthCare ist es, innovative Produkte zu erforschen, zu
entwickeln, zu produzieren und zu vertreiben, um die Gesundheit von Mensch und
Tier weltweit zu verbessern. Die Produkte dienen der Diagnose, der Vorsorge und
der Behandlung von Krankheiten und leisten einen Beitrag zu einer besseren
Lebensqualität.
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