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VTE-Prophylaxe nach großen orthopädischen Eingriffen:
Drei RECORD-Studien mit annähernd 10.000 Patienten zeigen übereinstimmende Ergebnisse / Venöse Thromboembolien gelten als häufigste und potenziell tödliche Komplikation nach großen orthopädischen Eingriffen / Keine Anzeichen für auf Rivaroxaban zurückzuführende Lebersignale beobachtet
Abstract # 6, 307, 308
Leverkusen, 10. Dezember 2007 - Ergebnisse aus klinischen Studien der Phase III
unterstreichen, dass der neue Gerinnungshemmer Rivaroxaban (Xarelto®) venösen
Thromboembolien (VTE) bei Patienten nach orthopädischen Eingriffen an den
unteren Extremitäten signifikant wirksamer vorbeugt als die Standardtherapie
(Enoxaparin). Bei der 49. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH)
wurden Daten aus den Studien RECORD1 und RECORD2 vorgestellt, die Rivaroxaban
nach Hüftgelenkersatz-Operationen bewerteten. Ebenso wurden Daten aus der
direkten Vergleichsstudie RECORD3 präsentiert, die ähnlich signifikante
Resultate zugunsten von Rivaroxaban gegenüber Enoxaparin nach
Kniegelenkersatz-Operationen zeigten.
Rivaroxaban wurde einmal täglich oral verabreicht und zeigte sich in drei
großen Studien hinsichtlich seiner Wirksamkeit gegenüber Enoxaparin durchgehend
überlegen. Die Häufigkeit von Blutungen war dabei vergleichbar niedrig.
Rivaroxaban wird gemeinsam von der Bayer HealthCare AG und Johnson & Johnson
Pharmaceutical Research & Development, L.L.C. entwickelt.
Die vorgestellten Daten zeigten folgende Resultate:
- In RECORD1 (4.541 Patienten) war im Vergleich zu Enoxaparin für alle
VTE-Ereignisse - tiefe Venenthrombose (DVT), Lungenembolie (PE) und Tod (alle
Ursachen) - eine Reduktion des relativen Risikos (RRR) um 70% festzustellen
(p<0,001); das Risiko für schwere VTE ging um 88% zurück (p<0,001). Unter
Rivaroxaban war die Häufigkeit schwerer Blutungen vergleichbar niedrig wie
unter Enoxaparin (0,3% bzw. 0,1%; p=0,178).
- In RECORD2 (2.509 Patienten) betrug die RRR für alle VTE-Ereignisse 79% im
Vergleich zu Enoxaparin (p<0,001), die RRR für schwere VTE lag wiederum bei 88%
(p<0,001). Auch hier war die Häufigkeit schwerer Blutungen unter Rivaroxaban
vergleichbar niedrig wie unter Enoxaparin (0,1% bzw. 0,1%; p=0,980).
- In RECORD3 (2.531 Patienten) betrug die RRR für alle VTE-Ereignisse 49% im
Vergleich zu Enoxaparin (p<0,001), die RRR für schwere VTE betrug 62%
(p=0,016). Auch hier war die Häufigkeit schwerer Blutungen unter Rivaroxaban
vergleichbar niedrig wie unter Enoxaparin (0,6% bzw. 0,5%; p=0,774).
"Mit RECORD1, 2 und 3 haben wir drei Phase-III-Studien, die beispiellose
Ergebnisse für die VTE-Prävention bei großen orthopädischen Eingriffen zeigen,
und das ist wirklich aufregend", sagte Dr. A.G.G. Turpie, leitender Prüfer des
RECORD-Programms, Professor für Medizin, McMaster University, Kanada. "In drei
verschiedenen Studien mit großen Patientengruppen hat sich Rivaroxaban
gegenüber der derzeitigen Standardtherapie Enoxaparin als überlegen erwiesen.
Die Sicherheit wurde nicht beeinträchtigt. Dies ist ein starker klinischer
Beweis, dass uns in der Therapie mit oralen Gerinnungshemmern ein großer
Schritt nach vorn gelingt."
Die Analyse eines bedeutenden sekundären Endpunktes - die Senkung der
symptomatischen VTE - zeigte in allen drei Studien ein klinisch relevantes
Ergebnis. Verglichen mit der Standardtherapie ergab RECORD1 eine RRR von 45%
(p=0,222), RECORD2 eine RRR von 80% (p=0,004) und RECORD3 eine RRR von 66%
(p=0,005).
"Die Ergebnisse der RECORD-Studien für symptomatische VTE sind
außergewöhnlich", fügte Dr. Turpie hinzu. "Frühere Studien konnten zwar einen
Trend zur Reduzierung der symptomatischen VTE aufzeigen, aber mit RECORD2 und
RECORD3 sehen wir zum ersten Mal in der orthopädischen Chirurgie klinisch
relevante Reduzierungen der symptomatischen VTE. Diese Ergebnisse sind ein
bedeutender Meilenstein in der Entwicklung der Gerinnungshemmung."
Rivaroxaban ist ein neuartiger, einmal täglich als Tablette zu verabreichender,
direkter Faktor-Xa-Inhibitor. Der Wirkstoff befindet sich in der
fortgeschrittenen klinischen Entwicklung für die Thromboseprävention und
therapie in einem breiten Spektrum von Indikationen. Rivaroxaban setzt an einem
entscheidenden Punkt des Gerinnungsprozesses an, um das Enzym Faktor Xa
unmittelbar zu hemmen. Rivaroxaban hat sich auf Basis von umfangreichen Studien
als Substanz mit einem breiten therapeutischen Fenster erwiesen. Eine
regelmäßige Blutüberwachung ist nicht erforderlich.
"Bayer Schering Pharma ist durch die positiven Ergebnisse des RECORD-Programms
äußerst zuversichtlich gestimmt. Die Daten zeigen, dass Rivaroxaban das
Potenzial hat, einen neuen Therapiestandard für diese unterversorgte
Patientengruppe zu setzen", erläuterte Dr. Kemal Malik, Leiter Global
Development und Vorstandsmitglied der Bayer Schering Pharma AG.
Detaillierte Studienergebnisse
Die bei der ASH-Tagung präsentierten Daten stammen aus dem Studienprogramm
RECORD (REgulation of Coagulation in major Orthopaedic surgery reducing the R
isk of DVT and PE), einem weltweiten Programm aus vier Schlüsselstudien mit
über 12.000 Patienten zum Vergleich von einmal täglich oral verabreichtem
Rivaroxaban mit subkutaner Gabe von Enoxaparin zur VTE-Prophylaxe nach großen
orthopädischen Eingriffen an den unteren Extremitäten. Die Abstracts der
Ergebnisse können auf der ASH-Website abgerufen werden:
www.hematology.org/meetings/abstracts.cfm
Medizinischer Bedarf bei venöser Thromboembolie (VTE)
Die venöse Thromboembolie - eine mit einem Blutgerinnsel in einer Vene
beginnende Erkrankung - umfasst sowohl tiefe Venenthrombosen (DVT) als auch
Lungenembolien (PE). Nach großen orthopädischen Eingriffen besteht bei
Patienten ein hohes VTE-Risiko, da während der Operation die großen Beinvenen,
die das Blut zum Herzen zurücktransportieren, verletzt werden. Dadurch erhöht
sich das Risiko für Gerinnsel und Thrombosen deutlich.
Jedes Jahr entscheiden sich allein in den USA rund 700.000 Personen dafür, sich
eine Hüft- oder Knieprothese einsetzen zu lassen, und die Bildung von
Blutgerinnseln ist die häufigste Ursache dafür, dass sie später erneut im
Krankenhaus behandelt werden müssen. Tatsächlich wird VTE als die häufigste
vermeidbare, schwere und potenziell tödliche Komplikation nach großen
orthopädischen Eingriffen angesehen. Aber die Bedrohung beschränkt sich nicht
auf orthopädische Operationen: Blutgerinnsel gehören weltweit zu den häufigsten
Todesursachen und betreffen viele Patientengruppen, darunter Patienten mit
Vorhofflimmern und einhergehendem Schlaganfallrisiko, Patienten mit erhöhtem
Herzinfarktrisiko, Patienten nach großen orthopädischen Eingriffen sowie
Patienten, die wegen einer akuten Erkrankung stationär behandelt werden.
Über Rivaroxaban
Rivaroxaban ist der bislang am intensivsten untersuchte Faktor-Xa-Inhibitor.
Basierend auf den klinischen Ergebnissen von mehr als 24.000 Patienten, die am
klinischen Entwicklungsprogramm mit Rivaroxaban teilgenommen haben (davon über
14.000 Patienten mit Rivaroxaban behandelt und 2.400 über einen Zeitraum
zwischen 3 und 6 Monaten), wurden keine Anzeichen für auf Rivaroxaban
zurückzuführende Lebersignale beobachtet. Endgültige Aussagen können
diesbezüglich allerdings erst nach der Analyse von Daten aus der
Langzeitbehandlung mit Rivaroxaban in den Programmen zur VTE-Behandlung und zur
Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern (SPAF) getroffen werden. Insgesamt
sollen mehr als 50.000 Patienten am klinischen Entwicklungsprogramm mit
Rivaroxaban teilnehmen.
Bayer HealthCare hat Ende Oktober 2007 bei der Europäischen Arzneimittelagentur
EMEA die Marktzulassung von Rivaroxaban in der EU für die Indikation
VTE-Prävention nach großen orthopädischen Eingriffen an den unteren
Extremitäten beantragt. Nach der Zulassung wird Rivaroxaban in Europa von Bayer
Schering Pharma vermarktet. Bei der FDA in den USA ist ein entsprechender
Antrag für Rivaroxaban in einer vergleichbaren Indikation für 2008 geplant.
Nach Erteilung dieser Zulassung werden Scios Inc. und Ortho-McNeil, Inc. -
Mitglieder der Unternehmensgruppe Johnson & Johnson - Rivaroxaban in den USA
vermarkten.
Bei Zustimmung durch die Gesundheitsbehörden ist geplant, Rivaroxaban nach
Zulassung unter dem Handelsnamen Xarelto® zu vertreiben.
Über Bayer HealthCare
Die Bayer AG ist ein weltweit tätiges, forschungsbasiertes und
wachstumsorientiertes Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Gebieten
Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien. Bayer HealthCare ist eine
Tochtergesellschaft der Bayer AG und gehört zu den weltweit führenden
innovativen Unternehmen in der Gesundheitsversorgung mit Arzneimitteln und
medizinischen Produkten. Das Unternehmen bündelt die Aktivitäten der Divisionen
Animal Health, Consumer Care, Diabetes Care sowie Pharma. Die Aktivitäten des
Pharmageschäfts firmieren unter dem Namen Bayer Schering Pharma AG. Ziel von
Bayer HealthCare ist es, Produkte zu erforschen, zu entwickeln, zu produzieren
und zu vertreiben, um die Gesundheit von Mensch und Tier weltweit zu
verbessern. Mehr Informationen finden Sie unter www.bayerhealthcare.com.
Bayer Schering Pharma ist ein weltweit führendes Spezialpharma-Unternehmen,
dessen Forschung und Geschäftsaktivitäten sich auf folgende Bereiche
konzentrieren: Diagnostische Bildgebung, Hämatologie/Kardiologie, Onkologie,
Primary Care, Spezial-Therapeutika sowie Women's Healthcare. Bayer Schering
Pharma setzt auf Innovationen und will mit neuartigen Produkten in speziellen
Märkten weltweit führend sein. So leistet Bayer Schering Pharma einen Beitrag
zum medizinischen Fortschritt und will die Lebensqualität der Menschen
verbessern. Mehr Informationen finden Sie unter www.bayerscheringpharma.de.
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