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Genehmigungsprozess startet im April 2010:
Zukunftsinvestition von 150 Millionen Euro / Neues Produktionsverfahren wurde in Dormagen entwickelt / Energieeinsparungen von bis zu 60 Prozent gegenüber konventionellen Anlagen
Dormagen, 1. März 2010 - Bayer MaterialScience will rund 150 Millionen Euro in
eine neue Hightech-Produktionsanlage für TDI (Toluylen-Diisocyanat) im Chempark
Dormagen investieren. TDI ist ein Vorprodukt zur Herstellung von
Polyurethan-Weichschaum. Die neue Anlage soll eine Kapazität von 300.000
Jahrestonnen haben und die bestehenden Anlagen in Dormagen und Brunsbüttel
ersetzen. Hintergrund ist die europaweite Optimierung der Isocyanat-Produktion
des Unternehmens. "Diese Investition ist ein klares Bekenntnis zum
Industriestandort Nordrhein-Westfalen. Sie soll Dormagen als globales
TDI-Technologiezentrum stärken und die Wettbewerbsfähigkeit des Chempark
Dormagen sowie die Arbeitsplätze im Betrieb und in der Region dauerhaft
sichern", erklärt Dr. Tony Van Osselaer, Vorstandsmitglied bei Bayer
MaterialScience.
Die innovative, patentierte TDI-Verfahrenstechnologie der geplanten Anlage
setzt global neue Maßstäbe in der effizienten und klimaschonenden
TDI-Produktion. "Die gebündelte Expertise unserer TDI-Prozessinnovation kommt
aus Dormagen - darauf sind wir hier besonders stolz", sagt Dieter Kuhne, Leiter
der TDI-Produktion in Dormagen. "Gegenüber einer konventionellen Anlage
gleicher Größe ermöglicht unser Verfahren Energieeinsparungen von bis zu 60
Prozent. Zudem kommt die Technologie mit bis zu 80 Prozent weniger
Lösungsmittel aus. Dies trägt zu einer deutlich besseren Energie- und
Umweltbilanz bei", so Kuhne weiter.
Start des Genehmigungsprozesses
Im Dezember 2008 hatte Bayer MaterialScience erstmals Pläne zur Errichtung
einer neuen TDI-Produktionsanlage in Dormagen vorgestellt. Im April 2010 ist
die zweite Phase des Projekts mit dem sogenannten Scoping-Termin geplant, zu
dem die Bezirksregierung Köln als Genehmigungsbehörde einladen wird. Abhängig
von der politischen Akzeptanz und den behördlichen Genehmigungen soll die
Großanlage auf dem Gelände des Kohlekraftwerks entstehen, das abgerissen wird.
Die neue TDI-Produktion soll nach derzeitiger Planung 2014 in Betrieb gehen.
Dormagen soll dann der alleinige Standort für die Herstellung von TDI von Bayer
MaterialScience in Europa sein. In Brunsbüttel ist ein Ausbau der Produktion
von Rohstoffen für Polyurethan-Hartschäume geplant.
Chempark Dormagen bietet die idealen Rahmenbedingungen
Bei der Standortsuche für die TDI-Anlage hat sich der Chempark Dormagen in
einem europaweiten Auswahlverfahren durchgesetzt - insbesondere wegen der
Verfügbarkeit von Rohstoffen und Vorprodukten sowie der vorhandenen
Infrastruktur. Aufgrund der deutlich höheren Produktionskapazität benötigt die
geplante Anlage entsprechend größere Mengen an Rohstoffen. Während Chlor in
Dormagen bereits in ausreichender Menge zur Verfügung steht, ist zur Deckung
des erhöhten Bedarfs an Kohlenmonoxid der Bau eines neuen Reformers
erforderlich. Auch hierfür sind die notwendigen Ausgangsstoffe in Dormagen
vorhanden. Zudem kann der bei der Kohlenmonoxid-Produktion als Nebenprodukt
anfallende Wasserstoff am Standort direkt weiterverarbeitet werden.
"Wir freuen uns sehr darüber, dass Bayer MaterialScience sich bei dieser
wichtigen Investition für Dormagen entschieden hat. Eine Anlage dieser
Größenordnung würde auch eine Reihe von Folgeinvestitionen mit sich bringen und
dadurch langfristig unsere Wettbewerbsfähigkeit sichern", sagt Dr. Walter
Leidinger, Leiter des Chempark Dormagen. Der Standort biete hierfür die
richtige Infrastruktur.
Von der Prozessinnovation zur großtechnischen Produktion
In Dormagen wird TDI bereits seit 1964 produziert. "Wir verfügen hier über eine
jahrzehntelange Erfahrung in der TDI-Produktion", betont Kuhne. In der neuen
Anlage im Weltmaßstab soll eine innovative Verfahrenstechnologie eingesetzt
werden, die sich seit sechs Jahren in einer Dormagener Pilotanlage bewährt hat.
Das neue TDI-Verfahren - ein Quantensprung hinsichtlich Energieeffizienz,
Umweltverträglichkeit und Produktivität - erfüllt höchste Sicherheitsstandards.
In Caojing nahe Shanghai, China, wird schon jetzt eine Großanlage nach diesem
Muster erbaut, die Mitte 2011 den Betrieb aufnehmen soll.
TDI - ein Rohmaterial mit Zukunft
TDI ist ein wichtiges Vorprodukt bei der Herstellung von
Polyurethan-Weichschäumen. Daraus werden langlebige Komfortprodukte mit hohem
Qualitätsanspruch hergestellt, die aus dem modernen Lebensalltag nicht mehr
wegzudenken sind. Beispiele sind liegefreundliche Kaltschaummatratzen,
hochwertige Sitzmöbel, rückenschonende Polster für Büro- und Autositze, aber
auch passgenaue Produktschutzverpackungen, Mikrofon- und Kopfhörer-
Schutzpolster sowie zahlreiche weitere Anwendungen im Sport- und
Freizeitbereich. Bayer MaterialScience erwartet, dass die TDI-Nachfrage weiter
steigen wird. Mit dem effizienten, nachhaltigen TDI-Verfahren will Bayer
MaterialScience frühzeitig seine weltweit führende Wettbewerbsposition in
diesem langfristig wachsenden Zukunftsmarkt weiter ausbauen.
Über Bayer MaterialScience:
Mit einem Umsatz von 7,5 Milliarden Euro im Jahr 2009 gehört Bayer
MaterialScience zu den weltweit größten Polymer-Unternehmen.
Geschäftsschwerpunkte sind die Herstellung von Hightech-Polymerwerkstoffen und
die Entwicklung innovativer Lösungen für Produkte, die in vielen Bereichen des
täglichen Lebens Verwendung finden. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die
Automobilindustrie, die Elektro-/Elektronik-Branche sowie die Bau-, Sport- und
Freizeitartikelindustrie. Bayer MaterialScience produziert an 30 Standorten
rund um den Globus und beschäftigte Ende 2009 rund 14.300 Mitarbeiter. Bayer
MaterialScience ist ein Unternehmen des Bayer-Konzerns.
Mehr Informationen finden Sie unter www.bayermaterialscience.de.
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