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Für Akquisitionen wurde im Jahr 2002 ein Betrag von 7,9 Mrd €, umgerechnet mit Kursen zum Erwerbszeitpunkt, ausgegeben.
Die Bayer CropScience AG, Monheim, erwarb zum 1. Juni 2002 für 7,8 Mrd € – inklusive Schuldenübernahme – die Aventis CropScience Holding S.A., Frankreich, von den bisherigen Eigentümern, Aventis S.A., Frankreich, und Schering AG, Berlin. Aventis Crop-Science ist eines der führenden Unternehmen im Bereich Pflanzenschutz, Biotechnologie und im Spezialitätengeschäft mit Agro-Wirkstoffen. Mit dem Erwerb sind Auflagen insbesondere der europäischen sowie der US-amerikanischen Kartellbehörde verbunden. Diese verpflichten Bayer zum Verkauf bzw. zur Lizenzvergabe bei einer Reihe von Produkten, die insgesamt ein Umsatzvolumen von 650 bis 700 Mio € umfassen.
Am 11. Oktober 2002 hat die Bayer Corporation, USA, das kanadische Unternehmen Visible Genetics Inc., Kanada, erworben. Der Kaufpreis betrug 62 Mio €. Durch die Akquisition erhält der Geschäftsbereich Diagnostika zwei automatisierte DNA-Sequenzierungssysteme, die unter dem Warenzeichen OpenGene™ vertrieben werden, sowie die TRUGENE™- Tests zur HIV-Diagnostik. Sie ermöglichen das Testen auf HIV-Arzneimittelresistenz.
Anfang April 2002 übernahm Bayer für einen Kaufpreis von 19 Mio € das dänische Unternehmen Tectrade A/S, Dänemark. Tectrade entwickelt eigene, auf Kundenwünsche zugeschnittene Polyurethan-Formulierungen. Die Akquisition umfasst neben weiteren Tochtergesellschaften ein technisches Zentrum sowie einen Formulierbetrieb.
Für 14 Mio € erwarb unser US-amerikanisches Tochterunternehmen Bayer Corporation am 6. Dezember 2002 zwei Biozide – Thiabendazol und Dibromdicyanbutan – sowie bestimmte patentgeschützte Formulierungen der Biozide von der US-amerikanischen Firma Ondeo Nalco Inc., USA. Ferner sind im Rahmen des Erwerbs auch die Warenzeichen Tektamer®, Biochek® und Metasol® zugegangen. Die erworbenen Wirkstoffe bieten Schutz gegen Mikroorganismen wie Hefe, Pilze, Bakterien und Algen, die die Qualität von Erzeugnissen und Funktionsflüssigkeiten beeinträchtigen können.
Im Rahmen der Straffung des Konzernportfolios wurde von der Bayer AG ihre 100-prozentige Tochtergesellschaft Haarmann & Reimer GmbH, ein Hersteller von Duft- und Geschmackstoffen mit Hauptsitz in Holzminden, inklusive seiner Beteiligungen am 30. September 2002 für 1,7 Mrd € an den Finanzinvestor EQT Northern Europe Private Equity Fonds veräußert. Die Veräußerung des im Bayer-Konzern als Discontinuing Operations geführten Geschäftsbereichs umfasste neben der Beteiligungs-veräußerung auch die Haarmann & Reimer-Geschäftsaktivitäten mehrerer ausländischer Bayer-Tochtergesellschaften.
Die verbliebene Restbeteiligung von 30 Prozent – infolge der Börsenplatzierung von insgesamt 70 Prozent der Anteile im Jahre 1999 – an dem belgischen Imaging-Unternehmen Agfa-Gevaert N.V. wurde Anfang Juni 2002 an die Investmentbank Goldman Sachs für 714 Mio € verkauft.
Zum 1. März 2002 hat die Bayer AG 94,9 Prozent ihrer Anteile an der Bayer Wohnungen GmbH für 528 Mio € an die TreuHandStelle für Bergmanns-wohnstätten im rheinisch-westfälischen Steinkohlenbezirk GmbH verkauft. Der Verkauf umfasst neben der Anteilsveräußerung auch weitere Grundstücke und Gebäude aus dem Bestand der Bayer Wohnungen GmbH.
Zur weiteren Portfoliobereinigung hat der Bayer-Konzern am 31. Dezember 2002 – soweit die Zustimmungen der zuständigen Kartellbehörden vorlagen – einen wesentlichen Teil seines weltweiten Haushalts-insektizidgeschäfts des Geschäftsbereichs Consumer Care für 386 Mio € an das US-amerikanische Unternehmen SC Johnson & Son Inc., USA, verkauft. SC Johnson erhält neben den veräußerten Beteiligungen in Indonesien und Barbados sowie den Vorräten auch das Recht, Produkte wie Baygon®, Autan®, Bayclin® und Bayfresh® zu vermarkten. Die betroffenen Wirkstoffe werden weiterhin von Bayer produziert und an SC Johnson sowie an weitere Abnehmer geliefert. Die Veräußerung des Haushaltsinsektizidgeschäfts erfolgte im Geschäftsjahr 2002 für die Länder Australien, Belgien, Brasilien, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Hongkong, Indonesien, Italien, Philippinen, Südafrika und Spanien.
Im Geschäftsjahr 2002 wurden Auflagen der europäischen und der US-amerikanischen Kartellbehörde Federal Trade Commission (FTC) sowie des Canadian Competition Bureau, die im Zusammenhang mit dem Erwerb der Aventis CropScience Holding S.A., Frankreich, stehen, erfüllt. Ende Dezember 2002 wurde daher das Getreideherbizid Everest® an die Arvesta Corporation mit Sitz in den USA für 123 Mio € veräußert. Ferner wurde das Pflanzenschutzmittel Goltix® bzw. die exklusive Vertriebslizenz für die Länder Deutschland und Belgien für das Produkt Herold® an die Makhteshim-Agan Industries Ltd., Israel, für 138 Mio € verkauft.
Der Bayer-Konzern hat sich im Geschäftsjahr 2002 im Rahmen der angestrebten Portfoliobereinigung von dem französischen und spanischen Generika-Geschäft getrennt. Mit Wirkung zum 28. Juni 2002 hat Bayer in Frankreich über sein Tochterunternehmen Bayer Pharma France S.A. seine Beteiligung Bayer Classics S.A., Frankreich, sowie den Produktionsstandort in Sens zu einen Verkaufspreis von 97 Mio € an das israelische Unternehmen Teva Pharmaceutical Industries Ltd. verkauft. Zusätzlich trennte sich Bayer am 17. April 2002 von seiner 50-prozentigen Beteiligung an dem spanischen Generikaunternehmen Bayvit S.A. mit Sitz in Barcelona, einem auf Marketing und Vertrieb fokussierten Unternehmen. Der Verkaufspreis betrug 33 Mio €. Die Bayer-Anteile sowie die verbleibenden 50 Prozent, die von der im Privatbesitz befindlichen Vita Invest S.A., Spanien, gehalten wurden, wurden durch die STADA Arzneimittel AG, Bad Vilbel, erworben.
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