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Ergebnisse einer Phase-II-Studie zum Nierenzellkarzinom:
Präsentation der vollständigen Ergebnisse auf ECCO-ESMO-Kongress in Berlin / Bestätigung der auf dem ASCO 2009 präsentierten vorläufigen Daten
Berlin, 22. September 2009 - Das neuartige Bayer-Krebsmittel Regorafenib (BAY
73-4506) hat in einer Phase-II-Studie zu Nierenkrebs positive Ergebnisse
gezeigt. Den Daten zufolge konnte Regorafenib bei 81 Prozent der Patienten mit
metastasiertem Nierenzellkarzinom (Renal Cell Carcinoma = RCC) das
Tumorwachstum zum Stillstand bringen oder sogar den Tumor verkleinern. Darunter
erzielten 31 Prozent der Teilnehmer eine partielle Remission, bei weiteren 50
Prozent schritt die Erkrankung nicht weiter fort. Bayer Schering Pharma
präsentierte die Resultate jetzt auf dem gemeinsamen 15. Kongress der European
CanCer Organisation (ECCO) sowie der 34. Jahrestagung der European Society for
Medical Oncology (ESMO) in Berlin. Vorläufige Ergebnisse dieser Studie hatte
das Unternehmen bereits auf der 45. Jahrestagung der American Society of
Clinical Oncology (ASCO), die vom 29. Mai bis 2. Juni 2009 in Orlando, USA,
stattfand, vorgestellt.
"Bayer erforscht und entwickelt neue Anti-Krebs-Wirkstoffe wie Regorafenib, die
in der Zukunft Ärzten und Patienten möglicherweise bei der Behandlung dieser
verheerenden Krankheit helfen könnten", sagte Kemal Malik, MD, Mitglied des
Vorstands der Bayer Schering Pharma AG und dort zuständig für Global
Development. "Wir sind zuversichtlich, dass der Wirkstoff eine
vielversprechende neue Behandlungsmöglichkeit für verschiedene Tumorarten sein
kann und werden das umfangreiche klinische Entwicklungsprogramm fortsetzen."
Zum Zeitpunkt der Datenanalyse konnte bei 81 Prozent der Patienten in der
Studie (n=48) das Fortschreiten der Erkrankung zum Stillstand gebracht oder
sogar teilweise rückgängig gemacht werden. Dabei sprachen 31 Prozent der
Patienten (n=15), gemessen an den sogenannten RECIST-Kriterien (RECIST =
Response Evaluation Criteria in Solid Tumors), teilweise auf die Behandlung an
(confirmed partial response = cPR). Bei weiteren 50 Prozent der Patienten
(n=24) blieb die Erkrankung stabil (stable disease = SD).
Aufgrund der vorliegenden Daten ergibt sich für den vorab definierten
Analysezeitpunkt hochgerechnet eine mittlere progressionsfreie Überlebenszeit
(progression free survival = PFS) von 8,3 Monaten. Besonders hervorzuheben ist,
dass die Datenanalyse zum 31. Mai 2009 laut Studienprotokoll als der Zeitpunkt
festgelegt wurde, bei dem der zuletzt aufgenomme Patient für einen Zeitraum von
mindestens 6 Monaten behandelt worden war. Zum Analysedatum waren 25 Patienten
immer noch in Behandlung. Von den 15 Patienten mit cPR sprachen 12 - das
entspricht 80 Prozent - weiterhin auf die Behandlung an. Zwei weitere
Patienten, die zum Analysezeitpunkt eine SD hatten, sprachen danach ebenfalls
mit einer gesicherten PR auf die Behandlung an. Dies bedeutet, dass
mittlerweile 35 Prozent der Patienten (n=17) eine partielle Remission
aufweisen. Beobachtung und Auswertung der Studiendaten dauern an.
Die am häufigsten aufgetretenen Nebenwirkungen aller Grade waren Hand-Fuß-
Hautreaktion, Müdigkeit, Bluthochdruck, Entzündungen der Mundschleimhaut,
Diarrhö, Haarausfall, Hautausschlag, Stimmveränderungen, Anorexie, Übelkeit,
Verstopfung und Erbrechen.
"Diese Studie deutet auf eine vielversprechende Wirkung von Regorafenib als
mögliche Erstlinienbehandlung für RCC-Patienten hin. In Verbindung mit den
Ergebnissen aus Phase I-Studien bei anderen Tumorarten bieten diese Daten eine
gute Grundlage für weitere Untersuchungen", sagte der leitende Prüfarzt
Professor Tim Eisen, F.R.C.P., PhD, Addenbrooke's Hospital an der University of
Cambridge, England. "Ich freue mich über das Potenzial dieses Präparats als
mögliche neue Behandlungsoption für Ärzte und Patienten."
Über die Studie
In diese multizentrische, offene Phase-II-Studie zu Regorafenib wurden 49
vorher unbehandelte Patienten mit metastasiertem oder inoperablem RCC mit
klarzelliger Histologie aufgenommen. Regorafenib wurde jeweils über eine
Behandlungsphase von drei Wochen einmal täglich in der Dosierung von 160 mg
verabreicht, worauf jeweils eine einwöchige Behandlungspause folgte. Primärer
Endpunkt war die Ansprechrate gemäß RECIST-Kriterien. Zu den sekundären
Endpunkten gehörten Sicherheit, progressionsfreies Überleben, Dauer des
Ansprechens, Dauer der stabilen Krankheit, sowie Daten zu Pharmakokinetik und
Biomarkern.
Über Regorafenib
Regorafenib (BAY 73-4506) ist ein neuartiger, oraler Multikinase-Inhibitor, der
verschiedene Enzyme (Kinasen) hemmt. Regorafenib zielt auf angiogene, stromale
und onkogene Rezeptor-Tyrosinkinasen ab und zeigte in der Präklinik gegenüber
Tumor-Zell-Linien eine Hemmung des Wachstums. Der Wirkstoff bindet an
Zielstrukturen entlang eines Spektrums angiogener Signalwege, einschließlich
VEGFR und TIE2. Regorafenib verminderte außerdem das Wachstum von
Tumorzell-Linien und förderte gleichzeitig die Apoptose (d.h. den Zelltod),
indem es direkt auf verschiedene onkogene Rezeptor-Tyrosinkinasen einwirkt. Die
klinische Signifikanz in präklinischen Studien wird noch geprüft. Allerdings
bietet der Wirkmechanismus von Regorafenib viel versprechende Möglichkeiten,
ein breites Spektrum verschiedener Tumore zu behandeln.
Über Bayer Schering Pharma
Die Bayer AG ist ein weltweit tätiges, forschungsbasiertes und
wachstumsorientiertes Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Gebieten
Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien. Bayer HealthCare ist eine
Tochtergesellschaft der Bayer AG und gehört zu den weltweit führenden
innovativen Unternehmen in der Gesundheitsversorgung mit Arzneimitteln und
medizinischen Produkten. Das Unternehmen bündelt die Aktivitäten der Divisionen
Animal Health, Bayer Schering Pharma, Consumer Care sowie Medical Care. Ziel
von Bayer HealthCare ist es, Produkte zu erforschen, zu entwickeln, zu
produzieren und zu vertreiben, um die Gesundheit von Mensch und Tier weltweit
zu verbessern. Mehr Informationen finden Sie unter www.bayerhealthcare.com.
Bayer Schering Pharma ist ein weltweit führendes Spezialpharma Unternehmen,
dessen Forschung und Geschäftsaktivitäten sich auf vier Bereiche konzentrieren:
Diagnostische Bildgebung, General Medicine, Specialty Medicine und Women's
Healthcare. Bayer Schering Pharma setzt auf Innovationen und will mit
neuartigen Produkten in speziellen Märkten weltweit führend sein. So leistet
Bayer Schering Pharma einen Beitrag zum medizinischen Fortschritt und will die
Lebensqualität der Menschen verbessern. Mehr Informationen finden Sie unter
www.bayerscheringpharma.de.
Einzelheiten zu der Studie und dem Abstract Nr. 7105 finden Sie auf der Website
des ECCO-ESMO-Kongresses unter:
http://www.ecco-org.eu/Conferences-and-Events/ECCO-15/page.aspx/216