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Nachweis von Beta-Amyloid-Plaques bei Alzheimer-Patienten möglich / Florbetaben könnte derzeitige Diagnosemöglichkeiten verbessern
Berlin/Chicago, 30. November 2009 - Bayer Schering Pharma kommt bei der
Entwicklung von Florbetaben zur Unterstützung der Diagnose von Alzheimer voran.
Im Rahmen der 95. Jahrestagung der Radiological Society of North America (RSNA)
hat das Unternehmen den Start einer internationalen Phase-III-Studie zur
Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von Florbetaben (BAY 94-9172) zum
Nachweis von Beta-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn mittels
Positronenemissionstomographie (PET) bekannt gegeben. In diese Studie werden
sowohl Personen mit als auch ohne deutlich erkennbarer Demenz (z. B.
Alzheimer-Krankheit [AD]) aufgenommen. In der vorangegangenen Phase-II-Studie
konnte bereits das Potenzial von Florbetaben bei der Identifizierung von
Beta-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn als pathologisches Krankheitsmerkmal bei
Alzheimer-Patienten erfolgreich nachgewiesen werden.
"Bislang existiert kein Diagnoseverfahren, mit dem eine In-vivo-Diagnose
verschiedener Demenz-Typen einschließlich der Alzheimer-Krankheit möglich ist",
sagte Dr. Thomas Balzer, Leiter der globalen klinischen Entwicklung im Bereich
Diagnostische Bildgebung bei Bayer Schering Pharma. "Mit dieser
Phase-III-Studie könnte bewiesen werden, dass Florbetaben als neues Hilfsmittel
zum eindeutigen Nachweis von Beta-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn zu Lebzeiten
eingesetzt werden kann. Dies könnte zu einer besseren und früheren Diagnose
dieser verheerenden Krankheit führen und eine gezieltere Behandlung ermöglichen.
"
Über die Phase III-Studie
Die weltweite, nicht-randomisierte, multizentrische, nicht-verblindete-Studie
der Phase III wird mit voraussichtlich 400 Teilnehmern mit und ohne
Demenz-Erkrankung realisiert. Dadurch wird sichergestellt, dass sowohl
Studienteilnehmer mit einer hohen als auch geringen Wahrscheinlichkeit für
Beta-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn (z. B. Alzheimer-Patienten versus Personen
ohne Demenz-Erkrankung) untersucht werden. Die Studienteilnehmer erhalten
Florbetaben in einer Einzel-Dosis. Die Aufnahme von Florbetaben in den
betreffenden Regionen des Gehirns wird anschließend mittels
Positronenemissionstomographie (PET) analysiert. Mit dieser Studie soll zum
einen die Sicherheit von Florbetaben beurteilt als auch die Sensitivität und
Spezifität bei der visuellen und quantitativen Auswertung der resultierenden
Florbetaben PET-Scan-Bilder bewertet werden. Die Aufnahme von Florbetaben in
den Regionen des Gehirns wird unter Verblindung der klinischen Diagnose und
aller anderen klinischen Daten durch unabhängige Nuklearmediziner auf der Basis
der PET-Scans visuell beurteilt. Die PET-Scan-Aufnahmen werden zudem mit den
dazugehörigen histopathologischen Proben verglichen, um die Ergebnisse der
PET-Untersuchung durch den Nachweis oder auch den Ausschluss von zerebralem
Beta-Amyloid durch Histopathologie-Untersuchungen zu bestätigen.
Die Phase-III-Studie hat folgende primäre und sekundäre Zielsetzungen:
Bewertung der Sensitivität und Spezifität der regionalen Florbetaben-Aufnahme
auf Basis der visuellen Beurteilung der PET-Scan-Bilder. Die Bewertung erfolgt
im Vergleich zur histologischen Verifizierung sowie der quantitativen
Beurteilung der regionalen Florbetaben-Aufnahme im Gehirn. Die Aufnahme von
Studienteilnehmern und die Aufnahme der Florbetaben-PET-Scans soll bis 2011
abgeschlossen sein. Aufgrund der geplanten histopathologischen Untersuchungen
geht das Unternehmen davon aus, dass die Studie nicht vor 2014 vollständig
abgeschlossen sein wird.
Diese weltweite Studie wird an Prüfzentren auf vier Kontinenten realisiert.
Mehr Informationen zum Rekrutierungsstatus der Studie finden Sie unter
www.clinicaltrials.gov
Über die Phase-II-Studie
Die weltweite, nicht randomisierte, multizentrische, nicht-verblindete-Studie
der Phase II untersuchte die Wirksamkeit von Florbetaben in der
In-vivo-Bildgebung mittels PET. Die Studie diente der Erkennung bzw. dem
Ausschluss von Beta-Amyloid-Plaques im Gehirn bei mutmaßlichen
Alzheimer-Patienten mit milder bis moderater Form der Erkrankung (im Alter von
über 55 Jahren) im Vergleich zu gleichaltrigen Gesunden. Insgesamt wurden 213
Personen in 18 Studienzentren in vier Ländern (Australien, Deutschland, USA und
Schweiz) untersucht, von denen 150 Teilnehmer eine einmalige intravenöse
Injektion mit Florbetaben erhielten. Die PET-Bilder, die in einer Vielzahl von
Studienzentren über einen längeren Zeitraum mit unterschiedlichen Scannern
generiert wurden, wiesen mit hoher Zuverlässigkeit eine sehr gute Bildqualität
auf. Die PET-Scan-Bilder dieser Studie wiesen eine hohe Spezifität von über 90
Prozent in den betreffenden Gehirnregionen auf (über 90 Prozent der gesunden
Kontrollpersonen wiesen einen negativen Florbetaben-Scan auf). Die Ergebnisse
wiesen außerdem eine Sensitivität von rund 80 Prozent im Vergleich zu
herkömmlichen klinischen Diagnoseverfahren auf. Demzufolge zeigte sich bei rund
80 Prozent der vermutlich an Alzheimer erkrankten Patienten ein positiver
Florbetaben-Scan und damit der Nachweis von Beta-Amyloid-Plaques. Dieses
Resultat bestätigt frühere Studienergebnisse, in denen klinische Diagnosen mit
definitiven histopathologischen Befunden post mortem verglichen wurden.
Bei 24 Studienteilnehmern (18 Prozent) wurden 29 unerwünschte Ereignisse
beobachtet. Nur fünf davon wurden in einem ursächlichen Zusammenhang zu
Florbetaben gesehen. Die meisten unerwünschten Ereignisse waren Veränderungen
an der Injektionsstelle und alle unerwünschten Ereignisse erwiesen sich noch im
Studienverlauf als vollständig reversibel. Bayer Schering Pharma hat zudem
beschlossen, diese Studie zu erweitern und rekrutiert in diesem Zusammenhang
momentan Patienten in den USA, Deutschland, Japan, Australien und der Schweiz.
Über Florbetaben (BAY 94-9172)
Florbetaben ist ein einlizenzierter 18F-markierter PET-Tracer, der spezifisch
an Beta-Amyloid-Plaques bindet. Die Plaques bestehen aus Proteinen, die sich im
Hirn ansammeln und ein pathologisches Merkmal der Alzheimer-Erkrankung sind. Da
die Ansammlung des Beta-Amyloid-Proteins im Gehirn auch im Mittelpunkt der
Entwicklung neuer therapeutischer Behandlungen steht, könnte Florbetaben
möglicherweise die Entwicklung dieser neuen Behandlungsansätze unterstützen. In
einer Phase-II-Studie konnte gezeigt werden, dass Patienten mit einer
klinischen Diagnose der Alzheimer-Erkrankung auf der Basis der Aufnahme von
Florbetaben im Gehirn von gleichaltrigen gesunden Freiwilligen unterschieden
werden konnten. Die Ergebnisse der Phase-II-Studie wurden im Juli 2009 auf der
Internationalen Alzheimer-Konferenz ICAD in Wien vorgestellt. Mehr
Informationen erhalten Sie unter www.viva.vita.bayerhealthcare.com
Über die Alzheimer-Erkrankung
Die Alzheimer-Erkrankung ist eine verheerende neuro-degenerative Krankheit und
die häufigste Form der Demenz. Sie tritt meist bei Menschen über 60 Jahren auf
und ist eine fortschreitende Krankheit, die zu vorzeitigem Tod führen kann.
Umfragen des Jahres 2006 zufolge leiden weltweit mehr als 26 Millionen Menschen
unter der Alzheimer-Erkrankung. Bis zum Jahre 2050 könnte sich diese Zahl auf
mehr als 100 Millionen erhöhen. Derzeit gibt es keine Heilung für
Alzheimer-Patienten. Jedoch kann die Behandlung der Symptome und die nötige
Unterstützung das Leben der Alzheimer-Patienten erleichtern.
Über Bayer HealthCare
Die Bayer AG ist ein weltweit tätiges, forschungsbasiertes und
wachstumsorientiertes Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Gebieten
Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien. Bayer HealthCare ist eine
Tochtergesellschaft der Bayer AG und gehört zu den weltweit führenden
innovativen Unternehmen in der Gesundheitsversorgung mit Arzneimitteln und
medizinischen Produkten. Das Unternehmen bündelt die Aktivitäten der Divisionen
Animal Health, Bayer Schering Pharma, Consumer Care sowie Medical Care. Ziel
von Bayer HealthCare ist es, Produkte zu erforschen, zu entwickeln, zu
produzieren und zu vertreiben, um die Gesundheit von Mensch und Tier weltweit
zu verbessern. Mehr Informationen finden Sie unter www.bayerhealthcare.com
Bayer Schering Pharma ist ein weltweit führendes Spezialpharma-Unternehmen,
dessen Forschung und Geschäftsaktivitäten sich auf vier Bereiche konzentrieren:
Diagnostische Bildgebung, General Medicine, Specialty Medicine und Women's
Healthcare. Bayer Schering Pharma setzt auf Innovationen und will mit
neuartigen Produkten in speziellen Märkten weltweit führend sein. So leistet
Bayer Schering Pharma einen Beitrag zum medizinischen Fortschritt und will die
Lebensqualität der Menschen verbessern. Mehr Informationen finden Sie unter
www.bayerscheringpharma.de
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