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Behandlung venöser Thromboembolien (VTE):
Deutliche Verminderung des relativen Risikos einer rezidiven symptomatischen VTE um 82% im Vergleich zu Patienten, die mit Placebo behandelt wurden / Positives Nutzen-Risiko-Profil bestätigt / Erste Phase-III-Ergebnisse bei chronischer Behandlung werden als "Late Breaker" auf dem Jahreskongress der American Society of Hematology vorgestellt / Aktuelle Information zum "Complete Response Letter" der FDA zur Prophylaxe von VTE nach Hüft- oder Kniegelenkersatz-Operationen
New Orleans, Louisiana (USA), 6. Dezember 2009 - Der neuartige, einmal täglich
als Tablette einzunehmende Gerinnungshemmer Rivaroxaban (20 mg) hat das Risiko
einer rezidiven (wiederkehrenden) venösen Thromboembolie (VTE) gegenüber
Placebo-Behandlung bei Patienten mit vorausgehender tiefer Venenthrombose oder
Lungenembolie signifikant gesenkt. Schwere Blutungen kamen dabei selten vor.
Diese aus der EINSTEIN-Extension-Studie der Phase III resultierenden Ergebnisse
wurden heute im offiziellen Presseprogramm des 51. Jahreskongresses der
American Society of Hematology (ASH) in New Orleans vorgestellt.
Rivaroxaban senkte das relative Risiko eines erneuten Auftretens
symptomatischer VTE im Vergleich zu Placebo um 82% [1,3% (n=8) bzw. 7,1%
(n=42)]. Dieses Ergebnis ist statistisch hoch-signifikant (p<0,0001).
"Die Ergebnisse der EINSTEIN-Extension-Studie verdeutlichen den möglichen
klinischen Nutzen einer um 6 oder 12 Monate verlängerten Prophylaxe mit
Rivaroxaban im Vergleich zur derzeitigen Standardbehandlung", sagte Dr. Harry
R. Büller vom akademischen Medizinzentrum der Universität Amsterdam,
Niederlande. "Diese Studie könnte die Behandlungsstandards für Patienten, die
eine tiefe Venenthrombose oder eine Lungenembolie erlitten haben, verändern.
Derzeit erleiden bis zu 10% der Patienten, die auf Basis gegenwärtiger
Behandlungsstandards therapiert werden, innerhalb von 12 Monaten nach dem
ersten Ereignis einen Rückfall."
In der Studie erwies sich Rivaroxaban als gut verträglich. Die Rate schwerer
Blutungen - der primäre Sicherheitsendpunkt der Studie - war niedrig und zeigte
keinen statistisch signifikanten Unterschied (p=0,11) zur Behandlung mit
Placebo [0,7% (n=4) bzw. 0,0% (n=0)]. Im sekundären Sicherheitsendpunkt, d.h.
der Anzahl der schweren und klinisch relevanten minderschweren Blutungen,
zeigte sich ein statistisch signifikanter Unterschied (p<0,001) zwischen="" rivaroxaban="" und="" placebo="" 60="" n="7)]." bzw="" 12="" die="" ergebnisse="" der="" leberwert-untersuchungen="" beinhalten:="" alt="">3x ULN: 1.9% in der
Rivaroxaban-Gruppe und 0.5% in der Placebo-Gruppe; ALT >3x ULN + Total
Bilirubin >2x ULN: n=0 in beiden Gruppen. In keiner der beiden Gruppen wurde
ein Fall von schwerer Leberschädigung berichtet. Die Anzahl kardiovaskulärer
Ereignisse war in beiden Gruppen gleich.
"Es ist sehr ermutigend zu sehen, dass Rivaroxaban nun auch bei der chronischen
Behandlung einen klinischen Vorteil gezeigt hat. In allen vier RECORD-Studien
konnte bereits die überlegene Wirksamkeit von Rivaroxaban gegenüber dem
derzeitigen Therapiestandard bei der Prophylaxe von VTE nach orthopädischen
Operationen nachgewiesen werden. Dies ist die fünfte Phase-III-Studie in Folge
mit insgesamt mehr als 13.500 Patienten, in der wir einen konsistenten Nutzen
von Rivaroxaban zur Verminderung des VTE-Risikos bei Patienten nachweisen
konnten", sagte Dr. Kemal Malik, Vorstandsmitglied der Bayer Schering Pharma
AG, zuständig für die Globale Entwicklung.
Um an der EINSTEIN-Extension-Studie teilnehmen zu können, mussten Patienten
entweder bereits mit Vitamin-K-Antagonisten (VKA) über 6 oder 12 Monate
aufgrund einer vorangegangenen VTE behandelt worden sein oder an den noch
laufenden Studien EINSTEIN-DVT oder EINSTEIN-PE teilgenommen haben. In diesen
Studien wurden die Patienten entweder mit Rivaroxaban oder einem VKA über den
gleichen Zeitraum behandelt. In der EINSTEIN-Extension-Studie erhielten die
Patienten randomisiert entweder 20 mg Rivaroxaban einmal täglich als Tablette
oder Placebo über einen zusätzlichen Zeitraum von 6 oder 12 Monaten.
Der Abstract (lba-2) zur Studie steht im Internet auf der Webseite der ASH zur
Verfügung: http://ash.confex.com/ash/2009/webprogram/Paper25669.html
Über das EINSTEIN-Studienprogramm
EINSTEIN ist ein globales klinisches Entwicklungsprogramm. Es besteht aus drei
Einzelstudien mit zusammen rund 8.000 Patienten. In zwei dieser Studien wurden
Patienten mit akuter, symptomatischer tiefer Venenthrombose (EINSTEIN-DVT,
Patientenrekrutierung abgeschlossen) oder Lungenembolie (EINSTEIN-PE)
eingeschlossen. In beiden Studien erhalten die Patienten zunächst drei Wochen
lang zweimal täglich eine Tablette mit 15 mg Rivaroxaban, danach einmal täglich
eine Tablette mit 20 mg Rivaroxaban. Die Vergleichsgruppe erhält anfänglich
eine Behandlung mit Enoxaparin, gefolgt von einem Vitamin-K-Antagonisten. In
der dritten Studie, EINSTEIN-Extension, wurde die Wirksamkeit und Sicherheit
von Rivaroxaban in der Sekundärprophylaxe von wiederkehrenden symptomatischen
venösen Thrombosen im Vergleich zu Placebo untersucht. Nach bereits
abgeschlossener Behandlung über 6 oder 12 Monate erhielten die Patienten eine
Behandlung über weitere 6 oder 12 Monate. An der Studie nahmen rund 1.200
Patienten mit symptomatischer tiefer Venenthrombose oder Lungenembolie aus
insgesamt 28 Ländern weltweit teil. Allein in den USA erleiden jedes Jahr rund
zwei Millionen Patienten eine tiefe Venenthrombose und nahezu 600.000 eine
Lungenembolie.
Aktuelle Information zum "Complete Response Letter" der FDA zur Prophylaxe von
VTE nach Hüft- oder Kniegelenkersatz-Operationen
Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA prüft derzeit den Zulassungsantrag
für Rivaroxaban als einmal täglich als Tablette einzunehmenden
gerinnungshemmenden Wirkstoff zur Prophylaxe von tiefen Venenthrombosen und
Lungenembolien bei Patienten, die sich einer Hüft- oder
Kniegelenkersatz-Operation unterziehen. Der US-Zulassungsantrag (NDA) für
Rivaroxaban wurde vom Bayer-Kooperationspartner Johnson & Johnson
Pharmaceutical Research and Development, L.L.C (J&JPRD) für Ortho-McNeil Inc.
am 28. Juli 2008 eingereicht. Im März 2009 entschied ein FDA-Beratergremium
(Advisory Committee) in einer Abstimmung mit 15:2 Stimmen, dass die
vorliegenden klinischen Daten das vorteilhafte Nutzen-Risiko-Profil von
Rivaroxaban bestätigen. Im Mai 2009 hat die FDA in einem "Complete Response
Letter" zum Zulassungsantrag für Rivaroxaban Stellung genommen.
Wie bereits bekannt gegeben, hat die FDA keine neuen Studien zur Bewertung der
Wirksamkeit und Sicherheit von Rivaroxaban als Voraussetzung für die Zulassung
gefordert. Jedoch sollen im Rahmen der Bewertung des Nutzen-Risiko-Profils noch
zusätzliche Daten aus abgeschlossenen sowie laufenden Studien mit Rivaroxaban
und Daten aus den Märkten, in denen Rivaroxaban schon eingeführt ist,
eingereicht werden. Ferner hat die Behörde zusätzliche Informationen zu
Studienzentren, die an dem sogenannten RECORD-Entwicklungsprogramm zu
Rivaroxaban teilgenommen haben, erbeten.
Johnson & Johnson und Bayer werden der FDA die notwendigen Informationen, die
zur Beantwortung der im "Complete Response Letter" gestellten Fragen notwendig
sind, zur Verfügung stellen. Auf Basis der Gespräche mit der FDA werden die
Unternehmen ihre "Complete Response" zum Zulassungsantrag für Rivaroxaban zur
Prophylaxe von tiefen Venenthrombosen und Lungenembolien bei Patienten nach
Hüft- oder Kniegelenkersatz-Operation nicht bis Ende des Jahres 2009
einreichen. Damit soll sicher gestellt werden, dass allen Anforderungen der FDA
entsprochen werden kann, um die Voraussetzung für einen erfolgreichen Abschluss
des Zulassungsprozesses für Rivaroxaban in den USA zu schaffen.
Bayer wird in seiner Bilanzpressekonferenz am 26. Februar 2010 über den
aktuellen Stand der Zulassung berichten.
Im Falle der Zulassung durch die FDA wird Rivaroxaban in den USA durch
Ortho-McNeil, eine Division von Ortho-McNeil-Janssen Pharmaceuticals, Inc., die
zur Johnson & Johnson-Unternehmensgruppe gehört, vertrieben. Bayer HealthCare
besitzt die exklusiven Marketingrechte für Rivaroxaban in allen Ländern
außerhalb der USA und wird den Vertrieb von Ortho-McNeil in ausgewählten
Krankenhäusern und Spezialmärkten in den USA unterstützen.
Über Rivaroxaban
Rivaroxaban ist ein neuartiger, als Tablette einzunehmender Gerinnungshemmer.
Rivaroxaban wurde in den Bayer-Laboratorien in Wuppertal erfunden und wird
gemeinsam von Bayer HealthCare und Johnson & Johnson Pharmaceutical Research &
Development, L.L.C. entwickelt. In klinischen Studien hat Rivaroxaban einen
raschen Wirkungseintritt mit klarer Dosis-Wirkungsbeziehung sowie eine gute
Bioverfügbarkeit gezeigt. Eine Gerinnungsüberwachung ist nicht notwendig und es
bestehen nur wenige Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder
Nahrungsmitteln. Rivaroxaban wird unter dem Markennamen Xarelto® zur Prophylaxe
von venösen Thromboembolien (VTE) bei erwachsenen Patienten nach elektiven
(geplanten) Hüft- oder Kniegelenkersatz-Operationen in mehr als 50 Ländern
weltweit durch Bayer HealthCare vermarktet. Zulassungen wurden in mehr als 80
Ländern weltweit erteilt, darunter die Europäische Union, Australien, China,
Kanada und Mexiko.
Aufgrund des umfangreichen klinischen Studienprogramms ist Rivaroxaban der
zurzeit am intensivsten erforschte orale, direkte Faktor-Xa-Inhibitor weltweit.
Mehr als 65.000 Patienten sollen an dem klinischen Entwicklungsprogramm für
Rivaroxaban teilnehmen, in dem das Potenzial dieses Präparats in der Prävention
und Therapie eines breiten Spektrums akuter und chronischer thromboembolischer
Erkrankungen untersucht werden soll. Dazu gehören unter anderem die
VTE-Therapie, die Schlaganfallprävention bei Patienten mit Vorhofflimmern, die
Sekundärprävention nach akutem Koronarsyndrom und die Vorbeugung von VTE bei
hospitalisierten Patienten mit internistischen Erkrankungen.
Mehr zum Thema Thrombosen erfahren Sie unter www.thrombosisadviser.com.
Über Bayer HealthCare
Die Bayer AG ist ein weltweit tätiges, forschungsbasiertes und
wachstumsorientiertes Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Gebieten
Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien. Bayer HealthCare ist eine
Tochtergesellschaft der Bayer AG und gehört zu den weltweit führenden
innovativen Unternehmen in der Gesundheitsversorgung mit Arzneimitteln und
medizinischen Produkten. Das Unternehmen bündelt die Aktivitäten der Divisionen
Animal Health, Bayer Schering Pharma, Consumer Care sowie Medical Care. Ziel
von Bayer HealthCare ist es, Produkte zu erforschen, zu entwickeln, zu
produzieren und zu vertreiben, um die Gesundheit von Mensch und Tier weltweit
zu verbessern. Mehr Informationen finden Sie unter www.bayerhealthcare.com.
Über Bayer Schering Pharma
Bayer Schering Pharma ist ein weltweit führendes Spezialpharma-Unternehmen,
dessen Forschung und Geschäftsaktivitäten sich auf vier Bereiche konzentrieren:
Diagnostische Bildgebung, General Medicine, Specialty Medicine und Women's
Healthcare. Bayer Schering Pharma setzt auf Innovationen und will mit
neuartigen Produkten in speziellen Märkten weltweit führend sein. So leistet
Bayer Schering Pharma einen Beitrag zum medizinischen Fortschritt und will die
Lebensqualität der Menschen verbessern.
Mehr Informationen finden Sie unter www.bayerscheringpharma.de.
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