13. November 2011
Nicht für US- und UK-Medien bestimmt: Sekundärprävention bei akutem Koronarsyndrom (ACS):

ACS-Studie mit Xarelto® (Rivaroxaban) von Bayer erreicht primären Wirksamkeitsendpunkt und zeigt signifikante Minderung der Mortalität

Signifikante Minderung der kombinierten Rate an Herzinfarkten, Schlaganfällen und kardiovaskulärer Sterblichkeit / Rivaroxaban-Dosierung von 2,5 mg zweimal täglich vermindert signifikant sowohl die Rate kardiovaskulärer als auch allgemeiner Sterblichkeit um mehr als 30% / Schwere Blutungen unter Rivaroxaban signifikant häufiger - Rate an tödlichen Blutungen nicht erhöht / Studienergebnisse als 'Late Breaker' auf Jahreskongress der American Heart Association vorgestellt und im New England Journal of Medicine publiziert

Berlin, 13. November 2011 - Eine Therapie mit dem oralen Gerinnungshemmer Xarelto® (Rivaroxaban) zweimal täglich in Kombination mit einer Standardtherapie aus plättchenaggregationshemmenden Medikamenten senkte den kombinierten primären Wirksamkeitsendpunkt (kardiovaskuläre Sterblichkeit, Herzinfarkt und Schlaganfall) bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom (ACS) signifikant stärker als die plättchenaggregationshemmende Medikation allein. Zusätzlich konnte auch bei der allgemeinen Todesrate ein signifikanter Vorteil der kombinierten Therapie mit 2,5 mg Rivaroxaban im Vergleich zur Standardtherapie gezeigt werden. Die Ergebnisse der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie ATLAS ACS 2-TIMI 51 wurden heute als 'Late Breaker' auf dem Jahreskongress der American Heart Association vorgestellt und im New England Journal of Medicine publiziert. Schwere Blutungen traten unter der kombinierten Rivaroxaban-Therapie signifikant häufiger auf als unter der Standardtherapie, dagegen war die Rate an tödlichen Blutungen bei der kombinierten Rivaroxaban-Therapie nicht erhöht.

Ein akutes Koronarsyndrom tritt auf, wenn ein Blutgerinnsel eine Herzkranzarterie verstopft. Dies kann zu Herzinfarkten oder Brustschmerzen führen, die als 'instabile Angina pectoris' bezeichnet werden.

"Der klinische Vorteil einer Kombinationstherapie aus Rivaroxaban mit dem bisherigen Standard - plättchenaggregationshemmenden Medikamenten - ist eine gute Nachricht. Die Ergebnisse der ATLAS ACS 2-TIMI 51-Studie könnten im klinischen Alltag die Behandlung von Patienten mit akutem Koronarsyndrom deutlich verbessern", sagte Dr. Eugene Braunwald, Hersey-Professor für Medizin an der Harvard Medical School. Dr. Braunwald ist außerdem Gründer und Leiter der Studiengruppe TIMI (Thrombolysis In Myocardial Infarction) am Brigham and Women's Hospital in Boston.

"Seit mehr als zehn Jahren sind Patienten mit akutem Koronarsyndrom erfolgreich mit der Kombination aus niedrig dosiertem Aspirin und einem Thienopyridin zur Senkung des Risikos für ein erneutes kardiovaskuläres Ereignis behandelt worden. Diese Studie zeigt nun, dass die zusätzliche Gabe des oralen Faktor-Xa-Hemmstoffs Rivaroxaban zur Standardtherapie das Risiko noch weiter senken konnte und damit zu einer signifikanten Reduktion der Mortalität führte", sagte Dr. C. Michael Gibson, leitender Prüfarzt der TIMI-Studiengruppe, Harvard Medical School, und Studienleiter der ATLAS-ACS-Studien mit Rivaroxaban. "Wenn wir die Daten der ATLAS ACS 2-TIMI 51-Studie auf die Bedingungen im klinischen Alltag hochrechnen, könnten wir pro 56 Patienten, die zwei Jahre lang mit dieser Kombinationstherapie behandelt werden, ein Leben retten."

Die Ergebnisse der ATLAS ACS 2-TIMI 51-Studie zeigten sowohl für 2,5 mg als auch für 5 mg Rivaroxaban zweimal täglich in Kombination mit der Standardtherapie - niedrig dosiertem Aspirin mit oder ohne einem Thienopyridin wie Clopidogrel - eine Überlegenheit gegenüber der Standardtherapie plus Placebo. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt der Studie war die Rate an erneut auftretenden schweren kardiovaskulären Ereignissen (kardiovaskuläre Sterblichkeit, Herzinfarkt und Schlaganfall) bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom. Diese Ereignisse traten unter der Rivaroxaban-Therapie (beide Dosierungen) bei 8,9% der Patienten auf, unter der Standardtherapie bei 10,7% (1) (p=0,008, relative Risikoverminderung RRR=16%). Außerdem konnte Rivaroxaban die Rate an Stent-Thrombosen im Vergleich zu Placebo signifikant vermindern [2,3% vs. 2,9% (P=0,016)].

Bei einer Dosierung von 2,5 mg Rivaroxaban zweimal täglich zeigten Patienten im kombinierten primären Endpunkt eine signifikante Risiko-Verminderung [9,1% vs. 10,7% (P=0,020)], dies ergab sich insbesondere aus einer signifikanten Verringerung von 34% für kardiovaskuläre Todesfälle [2,7% vs. 4,1% (P=0,002)]. Auch die Rate an Todesfällen allgemein war signifikant vermindert [2,9% vs 4,5% (P=0,002)]. Mit 5 mg Rivaroxaban zweimal täglich wurde der primäre Studienendpunkt ebenfalls signifikant vermindert [8,8% vs. 10,7% (P=0,028)].

Der primäre Sicherheitsendpunkt der Studie waren schwere Blutungen nach TIMI-Kriterien, mit Ausnahme von Blutungen im Zusammenhang mit koronaren Bypass-Operationen. Bei der Kombination von Rivaroxaban mit der Standardtherapie waren die Blutungsraten signifikant öfter zu beobachten als mit der Standardtherapie plus Placebo [2,1% vs. 0,6% (P<0,001)]. Schwere Blutungen nach TIMI-Kriterien, mit Ausnahme von Blutungen im Zusammenhang mit Bypass-Operationen, traten sowohl unter 2,5 mg als auch unter 5 mg Rivaroxaban im Vergleich zu Placebo häufiger auf [1,8% vs. 0,6% (P<0,001) bzw. 2,4% vs. 0,6% (P<0,001)]. Wichtig ist hierbei, dass die Rate an tödlichen Blutungen unter Rivaroxaban nicht erhöht war. Andere behandlungsassoziierte Nebenwirkungen traten in allen Behandlungsgruppen gleichermaßen auf.

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat, aufgrund der Schwere der Erkrankung ACS und des potenziellen klinischen Vorteils von Rivaroxaban, in dieser Indikation die Möglichkeit eines beschleunigten Zulassungsverfahrens (Fast Track Designation) eingeräumt.

"Diese wichtigen Studienergebnisse zeigen, dass Rivaroxaban Patienten mit akutem Koronarsyndrom helfen kann", sagte Dr. Kemal Malik, Chief Medical Officer und Mitglied des Vorstands bei Bayer HealthCare. "Das akute Koronarsyndrom ist eine chronische, lebensbedrohliche Erkrankung, und aufgrund der nun vorliegenden Daten gehen wir davon aus, dass Rivaroxaban den aktuellen Therapiestandard deutlich verbessern könnte."

Der Antrag auf Marktzulassung soll noch in diesem Jahr gestellt werden.


Über das akute Koronarsyndrom oder ACS
ACS ist eine Komplikation der koronaren Herzerkrankung - der führenden Todesursache in den USA und weltweit eine der häufigsten nicht-ansteckenden Krankheiten. Das akute Koronarsyndrom entsteht, wenn ein Blutgerinnsel eine Herzkranzarterie blockiert und so die Blutversorgung des Herzens vermindert. Diese Unterbrechung der Blutversorgung kann entweder direkt einen Herzinfarkt auslösen oder schwere Brustschmerzen verursachen, die den möglicherweise nahenden Herzinfarkt ankündigen.


Über die ATLAS ACS 2-TIMI 51-Studie
Die ATLAS ACS 2-TIMI 51-Studie (Anti-Xa Therapy to Lower cardiovascular events in Addition to aspirin with/without thienopyridine therapy in Subjects with A
cute Coronary Syndrome) sollte die Wirksamkeit von Rivaroxaban im Vergleich zu Placebo bei der Vermeidung von kardiovaskulärer Sterblichkeit, Herzinfarkten und Schlaganfällen bei Patienten mit ACS untersuchen. Die Patienten erhielten zusätzlich zur Standardtherapie aus Plättchenaggregationshemmern entweder 2,5 mg oder 5 mg Rivaroxaban zweimal täglich oder Placebo. Von den insgesamt 15.526 Patienten, die in diese randomisierte Studie aufgenommen wurden, erhielten 93% als Standardtherapie Aspirin und Thienopyridin (wie z.B. Clopidogrel) in Kombination mit Rivaroxaban oder Placebo, die übrigen Patienten wurden mit Aspirin als Standardtherapie in Kombination mit Rivaroxaban oder Placebo behandelt.

Die doppelblind durchgeführte, randomisierte und placebokontrollierte Studie wurde von der TIMI-Studiengruppe, dem Brigham and Women's Hospital in Boston und der Harvard Medical School koordiniert. Finanziert und geleitet wurde die Studie von Bayer HealthCare und Johnson & Johnson Pharmaceutical Research & Development, L.L.C.


Über Rivaroxaban (Xarelto®)
Rivaroxaban ist ein als Tablette einzunehmender Gerinnungshemmer. Rivaroxaban wurde in den Bayer-Laboratorien in Wuppertal erfunden und wird gemeinsam von Bayer HealthCare und Johnson & Johnson Pharmaceutical Research & Development, L.L.C. entwickelt. In klinischen Studien hat Rivaroxaban einen raschen Wirkungseintritt mit klarer Dosis-Wirkungsbeziehung sowie eine gute Bioverfügbarkeit gezeigt. Eine Gerinnungsüberwachung ist nicht notwendig und es bestehen nur wenige Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Nahrungsmitteln.

Rivaroxaban wird unter dem Markennamen Xarelto® bereits zur Prophylaxe von venösen Thromboembolien (VTE) bei erwachsenen Patienten nach elektiven (geplanten) Hüft- oder Kniegelenkersatz-Operationen vermarktet. Xarelto® ist der einzige neuartige Gerinnungshemmer, der in Studien in dieser Indikation übereinstimmend eine überlegene Wirksamkeit gegenüber Enoxaparin zeigen konnte. Rivaroxaban ist in mehr als 110 Ländern weltweit zugelassen und wird außerhalb der USA von Bayer HealthCare in dieser Indikation vermarket.

In den USA, wo Rivaroxaban seit Juli 2011 zugelassen ist für die Prophylaxe von venösen Thromboembolien bei erwachsenen Patienten nach elektiven (geplanten) Hüft- oder Kniegelenkersatz-Operationen, besitzt Janssen Pharmaceuticals, Inc., eine Tochtergesellschaft von Johnson & Johnson, die Vermarktungsrechte für Rivaroxaban. Bayer HealthCare unterstützt den Vertrieb von Janssen Pharmaceuticals, Inc. in ausgewählten Krankenhäusern und Spezialmärkten in den USA. Am 5. November 2011 hat Xarelto® in den USA die Zulassung in einer weiteren Indikation erhalten: der Prävention von Schlaganfällen bei Patienten mit Vorhofflimmern.

Aufgrund des umfangreichen klinischen Studienprogramms ist Rivaroxaban der zurzeit am intensivsten erforschte und am meisten publizierte orale, direkte Faktor-Xa-Inhibitor weltweit. Mehr als 75.000 Patienten nehmen an dem klinischen Entwicklungsprogramm für Rivaroxaban teil, in dem das Potenzial dieses Präparats in der Prävention und Therapie eines breiten Spektrums akuter und chronischer thromboembolischer Erkrankungen untersucht werden soll. Dazu gehören unter anderem Schlaganfallprophylaxe bei Patienten mit Vorhofflimmern, die Behandlung tiefer Venenthrombosen, die Prävention rezidivierender tiefer Venenthrombosen oder Lungenembolien, und schließlich die Sekundärprävention des akuten Koronarsyndroms.

Weitere Informationen zu Thrombosen finden Sie unter www.thrombosisadviser.com.


Über Bayer HealthCare Die Bayer AG ist ein weltweit tätiges, forschungsbasiertes und wachstumsorientiertes Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Gebieten Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien. Mit einem Umsatz von rund 16,9 Mrd. Euro (2010) gehört Bayer HealthCare, ein Teilkonzern der Bayer AG, zu den weltweit führenden innovativen Unternehmen in der Gesundheitsversorgung mit Arzneimitteln und medizinischen Produkten. Das Unternehmen mit Sitz in Leverkusen bündelt die Aktivitäten der Divisionen Animal Health, Consumer Care, Medical Care sowie Pharmaceuticals. Ziel von Bayer HealthCare ist es, Produkte zu erforschen, zu entwickeln, zu produzieren und zu vertreiben, um die Gesundheit von Mensch und Tier weltweit zu verbessern. Bei Bayer HealthCare arbeiten weltweit 55.700 (Stand: 31.12.2010) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in mehr als 100 Ländern. Mehr Informationen finden Sie unter www.bayerhealthcare.de.


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(1) Alle Ereignisraten basieren auf den KM-Hochrechnungen über 24 Monate


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