29. April 2010
Zwischenbericht zum 1. Quartal 2010:

Bayer mit kräftigem Umsatz- und Ergebnisplus

Umsatz um 5,3 Prozent auf 8,316 Milliarden Euro gewachsen / EBITDA vor Sondereinflüssen um 13,2 Prozent auf 1,918 Milliarden Euro erhöht / Konzernergebnis um 63,1 Prozent auf 693 Millionen Euro verbessert / Bereinigtes Ergebnis je Aktie um 31,9 Prozent auf 1,20 Euro gesteigert / Konzern-Ausblick für 2010 angehoben

Leverkusen, 29. April 2010 - Der Bayer-Konzern ist mit einem kräftigen Umsatz- und Ergebnisplus ins Geschäftsjahr 2010 gestartet. "Bayer ist klar auf Kurs - und wir wollen in diesem Jahr wieder wachsen", erklärte Vorstandsvorsitzender Werner Wenning am Donnerstag bei der Veröffentlichung des Zwischenberichts zum 1. Quartal. MaterialScience zeigte sich in einem zunehmend stabileren Marktumfeld deutlich erholt und steigerte sein Geschäft gegenüber dem sehr schwachen Vorjahresquartal stärker als erwartet. Während HealthCare Umsatz und Ergebnis leicht verbessern konnte, schwächte sich das CropScience-Geschäft im Vergleich zum Rekord-Vorjahresquartal deutlich ab. Ursachen hierfür waren sowohl die allgemeine Marktentwicklung wie auch der witterungsbedingt verspätete Saisonstart. "Für das Gesamtjahr 2010 sind wir weiter zuversichtlich und heben den Konzernausblick an", so Wenning.

Der Konzernumsatz stieg im 1. Quartal um 5,3 Prozent auf 8,316 (Vorjahr: 7,895) Milliarden Euro. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte entspricht das einem Plus von 6,2 Prozent. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 13,2 Prozent auf 1,918 (1,695) Milliarden Euro. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen stieg auf 23,1 (21,5) Prozent. Das operative Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen nahm um 25,3 Prozent auf 1,274 (1,017) Milliarden Euro zu.

Solides Quartal für HealthCare

Der Umsatz des Teilkonzerns HealthCare wuchs im 1. Quartal um 0,7 Prozent auf 3,869 (3,843) Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) entspricht das einem Plus von 2,6 Prozent. "Dieses Wachstum war vor allem der erfreulichen Geschäftsentwicklung im Segment Consumer Health zu verdanken", erläuterte Wenning.

Im Pharma-Geschäft gingen die Erlöse um 2,2 Prozent auf 2,531 Milliarden Euro zurück, legten wpb. aber um 0,6 Prozent zu. Dabei konnten die Regionen Nordamerika und Asien/Pazifik den Umsatz ausbauen, während er in Europa sank. Die höchsten Zuwachsraten unter den Top-Produkten erzielten die Hormonspirale Mirena® mit währungsbereinigt (wb.) 16,5 Prozent und das Krebsmedikament Nexavar® mit wb. 16,0 Prozent. Positiv entwickelten sich auch das Bluthochdruckmittel Kinzal®/Pritor® mit wb. plus 12,6 Prozent und das Antibiotikum Avalox®/Avelox® mit wb. plus 8,0 Prozent. Die Erlöse der oralen Kontrazeptiva der YAZ®-Familie reduzierten sich wb. um 10,2 Prozent. Hier litt die Nachfrage in den USA besonders unter der Diskussion bezüglich des Thromboserisikos von Drospirenon-haltigen Kontrazeptiva. Bayer ist jedoch weiter davon überzeugt, dass das Risikoprofil mit demjenigen anderer kombinierter oraler Kontrazeptiva vergleichbar ist. Diese Einschätzung stützt sich insbesondere auf zwei prospektive Beobachtungsstudien mit mehr als 120.000 Anwenderinnen in den USA und Europa. Der Umsatz mit dem Multiple-Sklerose-Medikament Betaferon®/Betaseron® ging insbesondere wegen eines rückläufigen Geschäfts in Europa wb. um 5,0 Prozent zurück.

Das Segment Consumer Health steigerte den Umsatz um 6,5 (wpb. 6,8) Prozent auf 1,338 Milliarden Euro. Hierzu trugen alle Divisionen bei. Besonders günstig entwickelte sich das Geschäft in den USA, wo die Erholung der Wirtschaft für ein positives Nachfrageklima sorgte. Im Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln (Consumer Care) legten vor allem das Schmerzmittel Aleve®/Naproxen mit wb. plus 40,9 Prozent und das Multivitamin-Präparat One-A-Day® mit wb. plus 22,4 Prozent zu. Der Umsatz der Contour®-Blutzuckermessgeräte - das Spitzenprodukt der Division Medical Care - verbesserte sich um wb. 4,6 Prozent.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von HealthCare stieg im 1. Quartal um 1,7 Prozent auf 1,079 (1,061) Milliarden Euro. Hierzu trug ein deutlicher Ergebnisanstieg im Segment Consumer Health bei, während das Ergebnis von Pharma aufgrund einer Portfolioveränderung und höherer Aufwendungen für Forschung und Entwicklung rückläufig war.

Saisonstart bei CropScience verzögert

CropScience erzielte im 1. Quartal einen Umsatz von 1,952 (2,120) Milliarden Euro und lag damit um 7,9 (wpb. 10,0) Prozent unter Vorjahr. "Diese Entwicklung ist vor allem die Folge ungünstiger Witterungsbedingungen in einigen wichtigen Anbauregionen", sagte Wenning. Hinzu kamen hohe Produktbestände in den Distributionskanälen und rückläufige Preise für wichtige Agrar-Rohstoffe wie Weizen und Mais. Demgegenüber war das Marktumfeld für hochwertiges Saatgut vergleichsweise günstig. Insgesamt zog das zunächst schwach gestartete Geschäft zum Quartalsende wieder deutlich an.

Im Pflanzenschutzgeschäft (Crop Protection) lag der Umsatz mit 1,476 Milliarden Euro um 14,9 (wb. 16,4) Prozent unter Vorjahr. Während das Geschäft mit Herbiziden, Fungiziden und Saatgutbehandlungsmitteln jeweils um gut 18 Prozent nachgab - vor allem wegen des langen Winters auf der Nordhalbkugel -, war bei den Insektiziden ein leichtes Plus von 2,1 Prozent zu verzeichnen. Am deutlichsten waren die Einbußen in Nordamerika, wo die Umsätze um 29,4 Prozent nachgaben. Hier war der Markt stark beeinflusst durch die kühlen Witterungsbedingungen, die eine verspätete Aussaat zur Folge hatten, sowie durch die Trockenheit in Kanada. Zudem hat CropScience die Preise für das Rapsherbizid Liberty® in Kanada und für das Herbizid Ignite® in den USA stark gesenkt. Dagegen konnte eine Preiserhöhung für Rapssaatgut erzielt werden. Auch in Europa verzögerte sich der Start der Frühjahrssaison - hier ging der Crop-Protection-Umsatz um 14,5 Prozent zurück. In den Regionen Asien/Pazifik und Lateinamerika/Afrika/Nahost sanken die Erlöse um 1,9 bzw. 4,6 Prozent.

Das Segment Environmental Science/BioScience erzielte ein erfreuliches Umsatzplus von 23,3 (wpb. 18,6) Prozent auf 476 Millionen Euro. Der Geschäftsbereich BioScience verzeichnete einen Zuwachs von 37,8 (wpb. 29,4) Prozent. Dieser Anstieg basierte auf deutlich höheren Umsätzen in den Kulturen Baumwolle, Raps und Gemüse. Die Umsätze bei Environmental Science erhöhten sich um 3,7 (wb. 3,9) Prozent. Hier verbesserte sich das Geschäft mit Produkten für private Konsumenten vor allem in den USA, aber auch in Europa. Der Umsatz mit Produkten für professionelle Anwender dagegen lag insgesamt leicht unter Vorjahr.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von CropScience reduzierte sich um 24,2 Prozent auf 559 (737) Millionen Euro. Dies ist im Wesentlichen auf die schwache Geschäftsentwicklung bei Crop Protection, höhere Produktions- und Leerkosten sowie gestiegene Forschungskosten insbesondere bei BioScience zurückzuführen.

MaterialScience deutlich gestärkt

Das Geschäft mit hochwertigen Materialien ist erfolgreich ins Geschäftsjahr 2010 gestartet. MaterialScience steigerte den Umsatz um 35,5 (wb. 37,9) Prozent auf 2,216 (1,636) Milliarden Euro. Das sehr schwache Vorjahresquartal war durch die Wirtschafts- und Finanzkrise erheblich belastet. Auch im Vergleich zum 4. Quartal 2009 konnte der Teilkonzern den Umsatz mit plus 9,9 Prozent steigern. "Zu dieser deutlichen Verbesserung trugen alle Business Units mit Mengenausweitungen und Preiserhöhungen bei", erklärte Wenning.

Das Geschäft mit Rohstoffen für Schaumstoffe (Polyurethane) konnte im 1. Quartal wb. um 33,4 Prozent durch zweistellige Zuwachsraten aller Produktgruppen ausgeweitet werden. Noch kräftiger stiegen die Umsätze bei den Polycarbonaten (wb. plus 56,9 Prozent) und bei den Rohstoffen für Lacke, Klebstoffe und Spezialitäten (wb. plus 52,6 Prozent).

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von MaterialScience verbesserte sich mit 287 Millionen Euro deutlich gegenüber dem Verlust von 116 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Zu der positiven Entwicklung trugen vor allem deutliche Mengensteigerungen sowie damit verbunden eine bessere Kapazitätsauslastung der Produktionsanlagen bei.

Netto-Finanzverschuldung konstant / Konzerngewinn deutlich erhöht

Das 1. Quartal war durch Sondereinflüsse von insgesamt minus 77 (minus 44) Millionen Euro belastet, die ausschließlich aus Rechtsfällen bei HealthCare und CropScience resultierten. Unter Berücksichtigung der Sondereinflüsse verbesserte sich das EBIT der ersten drei Monate um 23,0 Prozent auf 1,197 Milliarden (973 Millionen) Euro. Das Konzernergebnis stieg um 63,1 Prozent auf 693 (425) Millionen Euro und das bereinigte Ergebnis je Aktie um 31,9 Prozent auf 1,20 (0,91) Euro.

Der Brutto-Cashflow verbesserte sich vor allem dank der guten Geschäftsentwicklung bei MaterialScience um 5,1 Prozent auf 1,271 (1,209) Milliarden Euro, und der Netto-Cashflow erhöhte sich um 5,6 Prozent auf 732 (693) Millionen Euro. Die Netto-Finanzverschuldung blieb trotz der saisonalen Geschäftsausweitung im 1. Quartal und negativer Währungseffekte mit 9,7 Milliarden Euro zum 31. März gegenüber dem 31. Dezember 2009 konstant.

Bereinigtes Ergebnis je Aktie soll 2010 um mehr als 15 Prozent steigen

"Die weltweite konjunkturelle Erholung dürfte sich in diesem Jahr fortsetzen", prognostizierte Wenning. Allerdings seien die Aussichten für den Konjunkturverlauf weiter mit Unsicherheit behaftet - auch 2010 werde daher kein einfaches Jahr. "Doch wir blicken optimistisch in die Zukunft und wollen an die positiven Entwicklungen der vorherigen Jahre anknüpfen", bekräftigte der Vorstandsvorsitzende. Die niedrigere Geschäftsdynamik bei HealthCare und CropScience wird durch die schneller als erwartet fortschreitende Erholung bei MaterialScience kompensiert.

Den Umsatz will Bayer im laufenden Jahr währungs- und portfoliobereinigt weiterhin um mehr als 5 Prozent erhöhen. Da sich zudem die Währungsverhältnisse aus Konzernsicht bisher günstiger als erwartet entwickelt haben, wird die Ergebnisprognose für den Konzern angehoben. Für das EBITDA vor Sondereinflüssen ist nunmehr eine Steigerung auf mehr als 7 Milliarden Euro (bisher: in Richtung 7 Milliarden Euro) geplant. Für das bereinigte Ergebnis je Aktie erwartet der Konzern einen Anstieg um mehr als 15 Prozent statt bisher etwa 10 Prozent. Den Einschätzungen liegen die Währungsverhältnisse zum Ende des 1. Quartals zugrunde, unter anderem ein Euro-US-Dollar-Kurs von 1,35 statt zuvor 1,40.

Die HealthCare-Umsatzprognose für 2010 wird aufgrund der Geschäftsentwicklung im 1. Quartal angepasst: Bei Pharma rechnet der Teilkonzern im Vergleich zum Markt mit einem verlangsamten Wachstum, während er für Consumer Health plant, über dem Markt zu wachsen. Dies ergibt für HealthCare einen währungs- und portfoliobereinigten Anstieg von ca. 3 Prozent (bisher: ca. 5 Prozent). Das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA will der Teilkonzern weiter steigern.

Nach dem witterungsbedingt verspäteten Saisonstart hat das CropScience-Geschäft inzwischen an Dynamik gewonnen. Dennoch rechnet der Teilkonzern aufgrund der schwachen Marktentwicklung im 1. Quartal jetzt mit einem geringeren Geschäftswachstum. Die Zielsetzung, im Jahr 2010 leicht über dem Markt zu wachsen, hält CropScience aufrecht und geht nunmehr von einem währungs- und portfoliobereinigten Umsatzanstieg von 2 bis 3 Prozent (vorher: ca. 4 Prozent) aus. Für das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA wird statt einer leichten Steigerung ein Wert auf Vorjahresniveau erwartet.

MaterialScience geht von einer weiteren konjunkturellen Erholung aus. Vor diesem Hintergrund plant der Teilkonzern für 2010, den Umsatz währungs- und portfoliobereinigt in der Größenordnung von 20 Prozent zu erhöhen (vorher: mehr als 10 Prozent). Das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA will MaterialScience mehr als verdoppeln (vorher: erheblich steigern). Im 2. Quartal erwartet der Teilkonzern gegenüber dem 1. Quartal 2010 weiteres Wachstum und eine Verbesserung des EBITDA vor Sondereinflüssen.

Hinweis:
Nachfolgend erhalten Sie Tabellen mit Kennzahlen des Bayer-Konzerns und seiner Teilkonzerne zum 1. Quartal 2010.

Der vollständige Finanzbericht zum 31. März 2010 ist per Download verfügbar unter der Internet-Adresse www.investor.bayer.de.

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Zukunftsgerichtete Aussagen<br/>Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des Bayer-Konzerns bzw. seiner Teilkonzerne beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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