31. Mai 2019
Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2019

Darolutamid von Bayer verzögert bei Männern mit nicht-metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom die Verschlechterung krankheitsbedingter Symptome und stabilisiert die Lebensqualität über das Ende der Studienbehandlung hinaus

Die Ergebnisse einer neuen Post-hoc-Analyse aus der Phase-III-Studie ARAMIS zeigten, dass Darolutamid plus Androgendeprivationstherapie (ADT) vs. Placebo plus ADT eine Verschlechterung der Symptome der Harnwege und des Darmtrakts verzögern / Die expositionsbereinigten Inzidenzraten der behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse (TEAEs), insbesondere die TEAEs in Verbindung mit Androgenrezeptor-Antagonisten (AR-Antagonisten), waren für Darolutamid plus ADT vergleichbar zu Placebo plus ADT / Darolutamid plus ADT ermöglicht bei Männern mit nicht-metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom (nmCRPC) eine Erhaltung der Lebensqualität über das Ende der Studienbehandlung hinaus mit Werten vergleichbar zu Placebo plus ADT / Ergebnisse der Analyse der lebensqualitätsbezogenen Endpunkte aus der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie ARAMIS werden am 31. Mai 2019 auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in einem Vortrag vorgestellt / Darolutamid befindet sich in den USA in einem beschleunigten Zulassungsverfahren (Priority Review) und in Europa, Japan und weiteren Ländern wurden Zulassungsanträge gestellt

Abstract: 5000

Berlin, 31. Mai 2019
- Darolutamid plus Androgendeprivationstherapie (ADT) verzögert bei Männern mit nicht-metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom (nmCRPC) im Vergleich zu Placebo plus ADT die Verschlechterung krankheitsbedingter Symptome. Diese explorativen Daten aus der Phase-III-Studie ARAMIS werden in einem Vortrag auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago vorgestellt. Die expositionsbereinigten Inzidenzraten der behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse (TEAEs), insbesondere der TEAEs in Verbindung mit Androgenrezeptor-Antagonisten (AR-Antagonisten), waren für Darolutamid plus ADT mit denen für Placebo plus ADT vergleichbar. Die Daten zeigten ebenfalls, dass Darolutamid plus ADT im Vergleich zu Placebo plus ADT eine Erhaltung der Lebensqualität ermöglicht, die sogar über das Ende der Studienbehandlung hinausgeht. Die Hauptergebnisse dieser Studie wurden zuvor im New England Journal of Medicine veröffentlicht. Auf Grundlage der Studienergebnisse hat die US-amerikanische Behörde FDA (Food and Drug Administration) im April 2019 einem beschleunigten Zulassungsverfahren (Priority Review) für Darolutamid stattgegeben. Darüber hinaus hat Bayer in der Europäischen Union (EU), in Japan sowie in anderen Ländern Zulassungsanträge gestellt. Die Entwicklung von Darolutamid ist ein Gemeinschaftsprojekt von Bayer und der Orion Corporation, einem weltweit tätigen Pharmaunternehmen aus Finnland.

"Es ist von großer Bedeutung, dass es in dieser frühen Phase des Prostatakarzinoms, in der sich die Betroffenen normalerweise noch gut fühlen und im Allgemeinen keine Symptome haben, potenzielle Behandlungsmöglichkeiten gibt, die eine Ausbreitung des Prostatakarzinoms möglichst lange verhindern und gleichzeitig die belastenden Nebenwirkungen der Therapie beschränken, damit Patienten keine Einschränkungen in ihrem täglichen Leben haben", sagte Dr. med. Karim Fizazi, Medizinprofessor am Institut Gustave Roussy der Universität Paris-Süd, Frankreich. "Diese neuen Daten belegen, dass Darolutamid die Lebensqualität der Patienten während der Behandlung erhalten kann. Zusammen mit zuvor vorgestellten Daten machen diese Ergebnisse deutlich, dass das Produkt das Potenzial hat, sich als wichtige Behandlungsmöglichkeit für Männer mit nmCRPC durchzusetzen."

"Diese neuen Analysen aus der Phase-III-Studie ARAMIS sind für die Prostatakrebs-Patienten und ihre behandelnden Ärzte ermutigend. Denn hier sind neue therapeutische Optionen gefragt, die wirksam sind und gleichzeitig keine zusätzliche Toxizitätsbelastung für die Patienten darstellen. Die Daten sind ein weiterer Beleg für den potenziellen Nutzen, den Darolutamid für Männer mit nmCRPC bietet. Wir setzen uns weiter dafür ein, diese neue Therapie nmCRPC-Patienten möglichst bald bereitstellen zu können", sagte Scott Z. Fields, M.D., Senior Vice President und Leiter der onkologischen Entwicklung in der Pharmaceutical Division von Bayer.

Auf der ASCO-Jahrestagung vorgestellte Daten zu Darolutamid

Die Daten zum sekundären Endpunkt "Zeit bis zur Schmerzprogression", die im Rahmen einer Analyse der patientenrelevanten Endpunkte mithilfe des Patientenfragebogens BPI-SF (Brief Pain Inventory - Short Form) ermittelt wurden, zeigen, dass Darolutamid plus ADT die Verschlimmerung der Schmerzen bei Männern mit nmCRPC im Vergleich zu Placebo plus ADT verzögert (40,3 gegenüber 25,4 Monate; HR 0,65; 95%-KI 0,53-0,79; p < 0,0001). Die statistische Signifikanz der Ergebnisse konnte bei dieser Zwischenanalyse noch nicht nachgewiesen werden.

Die Lebensqualität konnte bei Männern, die mit Darolutamid plus ADT behandelt wurden, einer vorab geplanten Analyse des Fragebogens FACT-P PCS (Functional Assessment of Cancer Therapy - Prostate, Prostate Cancer Subscale) zufolge erhalten werden. Dies wurde anhand der mittleren Werte des Fragebogens FACT-P PCS nachgewiesen. In diesem Fragebogen werden die Auswirkungen sowohl von krankheitsbedingten als auch von therapiebedingten Symptomen auf die Lebensqualität der Betroffenen untersucht. Dazu wurde der Fragebogen alle 16 Wochen bis zum Ende der Studienbehandlung und danach bei jedem Besuchstermin bis zum Studienende oder zum Tod ausgefüllt. Die mittleren Werte waren in beiden Behandlungsarmen über die gesamte Studie konstant und vergleichbar. Die mittlere Veränderung gegenüber Baseline mit Darolutamid plus ADT von -8,55 war bei Behandlungsende vergleichbar mit Placebo plus ADT. Die Lebensqualität-Werte konnten über das Ende der Studienbehandlung hinaus erhalten werden.

Eine neue Post-hoc-Analyse der ARAMIS-Daten belegt, dass die Behandlung mit Darolutamid plus ADT das Einsetzen der Symptome der Harnwege und des Darmtrakts bei Männern mit nmCRPC im Vergleich zu Placebo plus ADT verzögert (Symptome der Harnwege: 25,8 vs. 14,8 Monate; HR = 0,64; 95%-KI 0,54-0,76; p < 0,01; Symptome des Darmtrakts: 18,4 vs. 11,5 Monate; HR = 0,78; 95%-KI 0,66-0,92; p < 0,01). Dies wurde anhand der Zeit bis zur Verschlimmerung der Symptome mit dem prostataspezifischen Modul des Fragebogens EORTC-QLQ-PR25 (European Organisation for Research and Treatment of Cancer) gemessen. Da es sich hierbei um explorative Endpunktdaten handelt, kann ein Nachweis der statistischen Signifikanz nicht erbracht werden.

Die expositionsbereinigten Inzidenzraten der unerwünschten Ereignisse in Verbindung mit Androgenrezeptor-Antagonisten waren bei Darolutamid plus ADT vergleichbar mit Placebo plus ADT und umfassten Müdigkeit/Asthenie (11,3 % vs. 11,1 %), Hypertonie (4,7 % vs. 5,1 %), Stürze (3,0 % vs. 4,6 %), kognitive Störung (0,3 % vs. 0,2 %) und Gedächtnisstörung (0,4 % vs. 1,2 %).

Über die ARAMIS-Studie
Die ARAMIS-Studie ist eine randomisierte, multizentrische, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Phase-III-Studie zur Beurteilung der Sicherheit und Wirksamkeit von oral verabreichtem Darolutamid bei Patienten mit nicht-metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (nmCRPC), die aktuell mit ADT behandelt werden und bei denen ein erhöhtes Risiko zur Metastasierung besteht. 1.509 Patienten wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert und erhielten zusätzlich zur ADT entweder zweimal täglich 600 mg Darolutamid oder ein Placebo.

Über Darolutamid
Darolutamid ist ein nicht-steroidaler Androgenrezeptor-Antagonist mit einer markanten chemischen Struktur, der aufgrund seiner spezifischen chemischen Struktur mit hoher Affinität an den Rezeptor bindet und eine starke antagonistische Wirkung zeigt. Dies hemmt die Rezeptorfunktion und das Wachstum der Prostatakrebszellen. In präklinischen Studien konnte gezeigt werden, dass Darolutamid die Blut-Hirn-Schranke nur in geringem Maße überwindet.

Neben der Phase-III-Studie ARAMIS für Männer mit nmCRPC wird Darolutamid auch in einer Phase-III-Studie beim metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinom (ARASENS) untersucht. Informationen über diese Studien finden Sie unter www.clinicaltrials.gov.

Darolutamid ist weder von der FDA noch von der Europäischen Kommission oder einer anderen Gesundheitsbehörde zugelassen.

Über kastrationsresistenten Prostatakrebs (CRPC)
Prostatakrebs ist die weltweit zweithäufigste Krebsart bei Männern. Im Jahr 2018 wurde Schätzungen zufolge bei etwa 1,2 Millionen Männern weltweit Prostatakrebs diagnostiziert. Rund 358.000 Patienten starben an der Krankheit. Prostatakrebs ist die fünfthäufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern. Prostatakrebs entsteht durch das abnormale Wachstum (Proliferation) von Zellen in der Vorsteherdrüse, die zum Fortpflanzungssystem des Mannes gehört. Von der Krankheit sind hauptsächlich Männer über 50 betroffen, und das Risiko einer Erkrankung steigt mit zunehmendem Alter. Die Behandlungsoptionen reichen von der Operation über die Strahlenbehandlung bis hin zur Therapie mit Hormonrezeptor-Antagonisten, d. h. mit Substanzen, die die Bildung von Testosteron oder seine Wirkung am Zielort verhindern. Bei dieser Krebsart entwickelt sich jedoch fast immer eine Resistenz gegenüber der konventionellen Hormontherapie.

CRPC ist eine fortgeschrittene Form der Krankheit, bei der der Krebs selbst dann fortschreitet, wenn die Testosteronmenge im Körper auf ein sehr niedriges Niveau gesenkt wird. Bei den Behandlungsoptionen für kastrationsresistente Patienten findet eine schnelle Entwicklung statt, doch bis vor Kurzem gab es noch keine wirksamen Behandlungsmöglichkeiten für CRPC-Patienten ohne erkennbare Metastasen, bei denen unter der Androgen-Entzugstherapie der prostataspezifische Antigenspiegel (PSA) steigt. Bei Männern mit fortschreitendem nmCRPC wurde eine PSA-Verdopplung innerhalb kürzester Zeit in der Regel mit einer verringerten Zeit bis zur ersten Metastasenbildung und zum Tod gleichgesetzt.

Onkologie bei Bayer
Mit dem Ziel, das Leben von Menschen zu verbessern, arbeitet Bayer an der Erweiterung seines Portfolios für innovative Behandlungen. Der Onkologiebereich bei Bayer umfasst fünf zugelassene Präparate sowie weitere Wirkstoffe in verschiedenen Phasen der klinischen Entwicklung. Alle diese Produkte spiegeln den Forschungsansatz des Unternehmens wider, der die Suche nach geeigneten Zielmolekülen (Targets) zur Krebsbehandlung in den Vordergrund stellt.

Über Bayer
Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Life-Science-Gebieten Gesundheit und Ernährung. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen will das Unternehmen den Menschen nützen, indem es zur Lösung grundlegender Herausforderungen einer stetig wachsenden und alternden Weltbevölkerung beiträgt. Gleichzeitig will der Konzern seine Ertragskraft steigern sowie Werte durch Innovation und Wachstum schaffen. Bayer bekennt sich zu den Prinzipien der Nachhaltigkeit und steht mit seiner Marke weltweit für Vertrauen, Zuverlässigkeit und Qualität. Im Geschäftsjahr 2018 erzielte der Konzern mit rund 117.000 Beschäftigten einen Umsatz von 39,6 Milliarden Euro. Die Investitionen beliefen sich auf 2,6 Milliarden Euro und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 5,2 Milliarden Euro. Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter www.bayer.de

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