10. August 2005
Bayer-Zwischenbericht:

Dynamisches Umsatz- und Ergebniswachstum auch im 2. Quartal

Umsatz steigt um 20 Prozent auf über 7 Milliarden Euro / EBIT vor Sondereinflüssen um 39 Prozent verbessert / Konzernergebnis mit 406 Millionen Euro annähernd verdreifacht / Jahresprognose für Umsatz und bereinigtes EBIT 2005 deutlich angehoben / Bereinigtes EBIT soll 2005 in der Größenordnung von 40 Prozent wachsen

Leverkusen - Mit einem weiterhin dynamischen Wachstum von Umsatz und Gewinn hat
der Bayer-Konzern seine erfolgreiche Entwicklung im 2. Quartal 2005
fortgesetzt. Während die Erlöse gegenüber dem Vorjahresquartal um 19,7 Prozent
auf 7,053 (Vorjahr: 5,890) Milliarden Euro stiegen, verbesserte sich das
operative Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen um 38,5 Prozent auf 852 (615)
Millionen Euro. Besonders erfreulich war die Entwicklung bei Bayer
MaterialScience und Bayer HealthCare.

„Im 1. Halbjahr hat der Konzern beim EBIT vor Sondereinflüssen das höchste
Ergebnis der Unternehmensgeschichte erzielt", erklärte Vorstandsvorsitzender
Werner Wenning. „Damit sind wir unseren Rentabilitätszielen einen weiteren
Schritt näher gekommen." Wenning äußerte sich zuversichtlich, die operative
Performance auch im 2. Halbjahr gegenüber Vorjahr zu verbessern. „Daher heben
wir unsere Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr deutlich an." Für
den Konzernumsatz erwartet das Unternehmen jetzt einen Wert von über 26
(bisher: über 25) Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT will Bayer nun in der
Größenordnung von 40 (bisher: ca. 20) Prozent steigern. Der entsprechende
Vorjahreswert betrug 2,117 Milliarden Euro.

Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte erhöhte sich der Konzernumsatz im
2. Quartal um 11,2 Prozent. Die erhebliche Steigerung des um Sondereinflüsse
bereinigten EBIT ging vor allem auf Margenverbesserungen bei MaterialScience
und HealthCare sowie auf zusätzliche Kosteneinsparungen und
Effizienzsteigerungen zurück. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 15,0 Prozent auf 1,285 (1,117)
Milliarden Euro.

Das 2. Quartal wurde per Saldo durch Sondereinflüsse von minus 106 (minus 105)
Millionen Euro belastet. Darin sind Vorsorgen für Rechtsfälle von 74 Millionen
Euro, Restrukturierungsaufwendungen von 25 Millionen Euro bei CropScience sowie
Aufwendungen von 17 Millionen Euro für die Integration des
Consumer-Health-Geschäfts von Roche enthalten. Nach Sondereinflüssen stieg das
EBIT um 46,3 Prozent auf 746 (510) Millionen Euro und das EBITDA um 16,0
Prozent auf 1,179 (1,016) Milliarden Euro. Das Konzernergebnis wurde mit 406
(146) Millionen Euro annähernd verdreifacht. Der Brutto-Cashflow stieg um 27,5
Prozent auf 908 (712) Millionen Euro, die Netto-Verschuldung konnte gegenüber
dem 1. Quartal um 240 Millionen auf 6,875 Milliarden Euro reduziert werden.

Kräftiges Wachstum bei MaterialScience und HealthCare im 2. Quartal

Der insgesamt erfreuliche Geschäftsverlauf im 2. Quartal wurde vor allem von
einer weiterhin hohen Nachfrage nach Produkten von Bayer MaterialScience
getragen. Der Umsatz des Teilkonzerns erhöhte sich um 30,8 Prozent auf 2,734
(2,091) Milliarden Euro, das bereinigte EBIT legte um 56,7 Prozent auf 337
(215) Millionen Euro zu. Den größten Beitrag dazu leisteten die Business Units
Polycarbonates und Polyurethanes. Das günstige Marktumfeld machte im
Vorjahresvergleich zum Teil deutliche Preiserhöhungen möglich, womit die
ebenfalls stark gestiegenen Rohstoffkosten kompensiert und notwendige
Margenverbesserungen in den wichtigsten Geschäften erreicht wurden.

Das HealthCare-Geschäft zeigte sich ebenfalls deutlich verbessert. Im 2.
Vierteljahr erzielte das Unternehmen einen überproportionalen Anstieg des
bereinigten EBIT um 56,2 Prozent auf 339 (217) Millionen Euro. Der Umsatz
erhöhte sich um 18,1 Prozent auf 2,370 (2,007) Milliarden Euro. Dazu trug das
von Roche erworbene Consumer-Health-Geschäft wesentlich bei; währungs- und
portfoliobereinigt lagen die Erlöse um 5,4 Prozent über Vorjahr. Vor allem die
Divisionen Diabetes Care, Diagnostika und Biologische Produkte wuchsen
schneller als der Markt. Der Umsatz der Division Pharma lag auf
Vorjahresniveau. Dabei konnte die gute Entwicklung insbesondere von Trasylol,
Avelox und Levitra nicht nur den Rückgang infolge des Patentablaufs von Cipro
mehr als ausgleichen, sondern auch den geringeren Umsatzausweis aufgrund der an
Schering-Plough übertragenen Vermarktung der „Primary Care"-Produkte in den USA.

Schwieriger war die Entwicklung im 2. Quartal bei Bayer CropScience. Vor allem
die lang anhaltende Trockenheit in Brasilien sowie einigen Ländern Südeuropas
führte zu Umsatz- und Ergebniseinbußen, hinzu kamen Wertberichtigungen auf
Forderungen. Die Umsatzrückgänge bei Insektiziden und Herbiziden konnten nur
teilweise durch Zuwächse bei Saatgutbehandlung und Fungiziden ausgeglichen
werden. Insgesamt gingen die Erlöse des Teilkonzerns um 2,3 Prozent auf 1,604
(1,642) Milliarden Euro zurück, das bereinigte EBIT sank um 6,5 Prozent auf 187
(200) Millionen Euro. Im 1. Halbjahr insgesamt stieg das bereinigte EBIT jedoch
um 5,4 Prozent auf 610 (579) Millionen Euro.

Starker Wachstumsschub in Europa

Rund zwei Drittel des Umsatzzuwachses im 2. Quartal erzielte Bayer in Europa,
wo die Erlöse um 31,1 Prozent auf 3,188 Milliarden Euro stiegen. Der Umsatz in
Deutschland erhöhte sich dabei überdurchschnittlich um 47,8 Prozent auf 1,082
Milliarden Euro. Bereinigt um Portfolioeffekte lag der Anstieg in Deutschland
unter anderem dank eines guten HealthCare-Geschäfts bei etwa 15 Prozent. In
Nordamerika stieg der Umsatz um 5,2 Prozent auf 1,904 Milliarden Euro. Dabei
standen den deutlichen Zuwächsen im Teilkonzern MaterialScience Rückgänge bei
CropScience sowie im Pharma-Geschäft infolge der Allianz mit Schering-Plough
gegenüber. In den Regionen Fernost/Ozeanien sowie Lateinamerika/Afrika/Nahost
steigerte Bayer den Umsatz um 17,2 bzw. 21,7 Prozent. Hauptwachstumstreiber war
in beiden Fällen das MaterialScience-Geschäft. In Greater China stieg der
Konzernumsatz um mehr als 30 Prozent.

Positive Bilanz der ersten sechs Monate

Auch für das 1. Halbjahr zog Wenning eine positive Bilanz. Der Umsatz erhöhte
sich in diesem Zeitraum um 17,8 Prozent auf 13,757 (11,682) Milliarden Euro und
das EBIT vor Sondereinflüssen um 44,9 Prozent auf 1,994 (1,376) Milliarden
Euro. Nach Sondereinflüssen gelang hier ebenfalls eine erhebliche Verbesserung
um 38,4 Prozent auf 1,750 (1,264) Milliarden Euro. Das Konzernergebnis wuchs um
87,3 Prozent auf 1,058 (0,565) Milliarden Euro.

Wenning für das 2. Halbjahr zuversichtlich

Für das 2. Halbjahr äußerte sich Wenning ebenfalls zuversichtlich. „Bayer ist
weiter auf Wachstumskurs. Den größten Ergebniszuwachs sehen wir unverändert im
MaterialScience-Geschäft", erläuterte der Vorstandsvorsitzende.
Selbstverständlich bleibe die weitere Entwicklung der Konjunktur und der
Rohstoffpreise abzuwarten. Bei CropScience rechnet Bayer mit einem deutlichen
Zuwachs des bereinigten EBIT. Mit zunehmendem Optimismus beurteilte Wenning die
Entwicklung von Bayer HealthCare und hob die Prognose für diesen Teilkonzern
nochmals an: Das bereinigte EBIT solle hier 2005 um mindestens 10 Prozent über
dem Niveau des Gesamtjahres 2004 liegen.

Zudem erwartet Bayer aus Änderungen der Altersversorgungssysteme in den USA und
Deutschland im 3. Quartal einen nicht zahlungswirksamen Sonderertrag von etwa
200 Millionen Euro. Einschließlich dieses Effekts rechnet das Unternehmen für
das Gesamtjahr per Saldo mit Sondereinflüssen zwischen minus 100 Millionen und
minus 150 Millionen Euro. Weitere Aufwendungen für Rechtsfälle sind in diesem
Betrag nicht enthalten.

Bayer HealthCare strebt für 2006 höhere EBITDA-Marge an

Angesichts der verbesserten Aussichten bei Bayer HealthCare äußerte sich
Wenning zuversichtlich, dass der Teilkonzern im kommenden Jahr seine
EBITDA-Zielrendite von 17 Prozent übertreffen werde. Bei Bayer CropScience hat
das Unternehmen weiterhin das Ziel, 2006 eine EBITDA-Marge von 25 Prozent zu
erreichen. Gleiches gilt für Bayer MaterialScience: Hier hat das 1. Halbjahr
gezeigt, dass eine Marge von 18 Prozent in einem günstigen wirtschaftlichen
Umfeld erreichbar ist. Für den gesamten Konzern bleibt das Renditeziel von 19
Prozent für 2006 bestehen, für die langfristige Entwicklung strebt Bayer
weiterhin eine EBITDA-Rendite von 22 Prozent an.

Wenning führte die erfolgreiche Entwicklung des Konzerns vor allem auf die
strategische Neuausrichtung von Bayer auf Innovation und Wachstum zurück. „Der
Erfolg kommt nicht nur in unseren Quartalszahlen, sondern auch in der
Performance unserer Aktie zum Ausdruck", betonte der Vorstandsvorsitzende.
Derzeit befindet sich der Kurs der Bayer-Aktie auf dem höchsten Niveau seit
drei Jahren. Allein in der Zeit von der Ankündigung der Neuausrichtung Anfang
November 2003 bis zum 05. August 2005 legte der Kurs um 52 Prozent zu, während
sich der Dax im gleichen Zeitraum nur um 29 Prozent verbesserte. Dies
entspricht einem zusätzlichen Börsenwert von 7,4 Milliarden Euro. „Das ist eine
Leistung, auf die das gesamte Unternehmen stolz sein kann", betonte Wenning.
„Im Namen des Vorstands danke ich allen Mitarbeitern, die zu der erfolgreichen
Entwicklung unseres Konzerns beigetragen haben. Und ich danke auch unseren
Aktionären für das Vertrauen, das sie in uns setzen."


Zukunftsgerichtete Aussagen<br/>
Diese Presseinformation enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen,
die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des
Bayer-Konzerns beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken,
Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen
Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der
Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese
Faktoren schließen diejenigen ein, die wir in Berichten an die Frankfurter
Wertpapierbörse sowie die amerikanische Wertpapieraufsichtsbehörde (SEC) -
inkl. Form 20-F - beschrieben haben. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei
Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an
zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.
















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