02. Dezember 2004
Konsequenter Schritt für Pharma-Neuausrichtung:

Bayer HealthCare passt Pharmaforschung und -entwicklung an neuen Geschäftsrahmen an

Konzentration auf Therapiegebiete Krebs und Herzkreislauf-Risikomanagement einschließlich Diabetes

Leverkusen - Mit der Entscheidung, die weltweite Pharmaforschung und
-entwicklung an den neuen Geschäftsrahmen der Division Pharma anzupassen, setzt
Bayer HealthCare seinen Weg zur Neuausrichtung des Pharmageschäfts konsequent
fort. Pharma folgt damit auch im Bereich von Forschung und Entwicklung seiner
Strategie, die sich auf bestimmte Therapiesegmente konzentriert und sich
regional stärker differenziert. In Zukunft forscht das Unternehmen auf den
Gebieten Krebs und Herzkreislauf-Risikomanagement einschließlich Diabetes an
den Standorten West Haven/USA und Wuppertal/Deutschland.

Die Neuausrichtung soll mittelfristig zur Effizienzsteigerung von Pharma und
BHC beitragen. Damit verbunden ist auch eine weltweite Personalanpassung in
Forschung und Entwicklung sowie in der Produktion in einer Größenordnung von
560 Stellen. Von den Umstrukturierungsmaßnahmen sind in den USA etwa 110 und in
Deutschland ca. 440 Stellen betroffen. In Deutschland wird es aufgrund der
Standortsicherungsvereinbarung keine betriebsbedingten Kündigungen bis Ende
2007 geben. Es ist geplant, die Personalanpassung sozialverträglich zu
gestalten und individuelle Lösungen für die Mitarbeiter zu finden.

Das Forschungs- und Entwicklungsbudget von Pharma soll mittelfristig auf einem
wettbewerbsfähigen Niveau von etwa 20 Prozent des Pharma-Umsatzes liegen.
„Durch den gezielten Einsatz unserer Mittel streben wir eine optimale Nutzung
unserer Forschungs- und Entwicklungskapazitäten an, wie sie einem Unternehmen
unserer Größe angemessen ist", erläutert Wolfgang Plischke, Leiter der Division
Pharma der Bayer HealthCare. Plischke: „Mit der jetzt beschlossenen
Pharmaforschungs- und Entwicklungsstrategie und der kürzlich getroffenen
Vereinbarung mit Schering-Plough in den USA sind wir auf dem richtigen Weg zur
Fokussierung unseres Geschäfts."

Im Wuppertaler-Forschungszentrum liegt der Schwerpunkt der Aktivitäten auf dem
Gebiet Herzkreislauf-Risikomanagement mit den Indikationen koronare
Herzkrankheiten und Thrombose. Die langjährige Erfahrung und Expertise von
Pharma auf dem Gebiet der Herzkreislauf-Erkrankungen will das Unternehmen
konsequent nutzen, um auch weiterhin Produkte für Allgemeinärzte zu entwickeln.
Gleichzeitig baut die Division Pharma eine eigene Einheit für die
produktbegleitende Forschung mit Sitz in Wuppertal auf. Sie hat die Aufgabe,
das Potenzial der fortgeschrittenen Entwicklungskandidaten und der bereits
vermarkteten Produkte auszuschöpfen. Dazu zählt auch das sogenannte
Life-Cycle-Management, d.h. die Weiterentwicklung der vermarkteten Medikamente
und die wissenschaftliche Bewertung von Lizenzprojekten.

Am Standort West Haven, U.S.-Bundesstaat Connecticut, bearbeitet Pharma die
Indikation Diabetes und hat außerdem das Bayer-Krebsforschungszentrum
etabliert. Dort ist seit dem 1. Oktober 2004 eine neue, global verantwortliche
Bayer-Geschäftseinheit Onkologie angesiedelt, welche die Marktausbietung von
BAY 43-9006 vorbereitet, einem aussichtsreichen Entwicklungskandidaten zur
Behandlung von Krebserkrankungen wie zum Beispiel des fortgeschrittenen
Nierenzellkarzinoms. Erst kürzlich hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass
es sich auf dem amerikanischen Markt auf Medikamente und Biotech-Produkte für
den Facharzt konzentrieren will. Hierzu zählen Kogenate, zur Behandlung der
Bluterkrankheit, Trasylol, das bei Operationen am offenen Herzen eingesetzt
wird, und das Prostatakrebs-Medikament Viadur. Mit der Übergabe des
Allgemeinarzt-Geschäfts an Schering-Plough in den USA wurden etwa 1.800
Mitarbeiter in Marketing und Vertrieb abgebaut. Ein großer Teil von ihnen hat
inzwischen ein Angebot von Schering-Plough erhalten.

Entwicklungsprojekte aus anderen Therapiesegmenten wie zum Beispiel aus den
Bereichen Antiinfektiva und Urologie werden weitergeführt bis zum nächsten
Entwicklungsschritt. Danach werden Optionen geprüft, wie mit diesen Projekten
die größte Wertschöpfung erreicht werden kann - gegebenenfalls auch durch
Auslizenzierung. Neue Wirkstoffklassen zur Behandlung von viralen oder
bakteriellen und urologischen Erkrankungen stehen nicht mehr auf dem
Forschungsprogramm. Im Bereich der Antiinfektiva-Forschung will Bayer
HealthCare die vorhandenen Projekte, Technologien und Patente optimal
ausschöpfen und prüft daher einen möglichen Spin-off.

Die Personalanpassung in Forschung und Entwicklung sowie weitere signifikante
Einsparungen bringen für Pharma eine Reduzierung der Kosten in Höhe von etwa
130 Millionen Euro bis 2006. Damit verbundene Einmalaufwendungen hängen von den
konkreten Maßnahmen ab, die im Detail noch nicht mit den Arbeitnehmervertretern
abgestimmt sind. Durch die seit 2001 laufende Restrukturierung, die
Neuaufstellung in den USA und die Umsetzung der F& E-Strategie reduziert das
Unternehmen bis 2006 seine Kosten um rund eine Milliarde Euro.


Die Bayer HealthCare AG, ein Teilkonzern der Bayer AG, gehört zu den weltweit
führenden innovativen Unternehmen in der Gesundheitsversorgung mit
Arzneimitteln und medizinischen Produkten und erzielte im Jahr 2003 einen
Umsatz von etwa 8,9 Milliarden Euro.

Das Unternehmen bündelt die Aktivitäten der Divisionen Animal Health,
Biological Products, Consumer Care, Diabetes Care, Diagnostika und Pharma und
beschäftigt weltweit 34.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Es ist unser Ziel, innovative Produkte zu erforschen, zu entwickeln, zu
produzieren und zu vertreiben, um die Gesundheit von Mensch und Tier weltweit
zu verbessern. Die Produkte dienen der Diagnose, der Vorsorge und der
Behandlung von Krankheiten und leisten einen Beitrag zu einer besseren
Lebensqualität.


Zukunftsgerichtete Aussagen<br/>
Diese Presseinformation enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen,
die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des
Bayer-Konzerns beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken,
Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen
Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der
Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese
Faktoren schließen diejenigen ein, die wir in Berichten an die Frankfurter
Wertpapierbörse sowie die amerikanische Wertpapieraufsichtsbehörde (inkl. Form
20-F) beschrieben haben. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung,
solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige
Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.
















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