04. Dezember 2017
American Association for Cancer Research (AACR) Special Conference on Pediatric Cancer Research:

Aktualisierte klinische Daten bei an Krebs erkrankten Kindern belegen für Larotrectinib ein dauerhaftes Ansprechen von genetisch veränderten Tumoren

93 Prozent Gesamtansprechrate bei 17 pädiatrischen Patienten mit TRK-Fusions-Krebsarten / 94 Prozent aller behandelten Patienten sind noch unter Therapie mit Larotrectinib oder konnten mit einer Heilungsabsicht operiert werden, vier Patienten sind länger als 1 Jahr unter Therapie und 12 Patienten länger als 6 Monate / Larotrectinib zeigt als erster TRK-Inhibitor überhaupt eine Aktivität bei durch TRK-Fusion entstandenem Glioblastom

Berlin, 4. Dezember 2017 - Aktualisierte Daten des in Entwicklung befindlichen Krebswirkstoffes Larotrectinib (LOXO-101) aus der pädiatrischen Phase-I-Studie SCOUT (NCT02637687) werden heute auf einer pädiatrischen Konferenz der American Association for Cancer Research (AACR) vorgestellt. Larotrectinib, den Bayer und Loxo Oncology Inc., ein biopharmazeutisches Unternehmen aus Stamford (Connecticut, USA), gemeinsam entwickeln, wird derzeit in weltweiten Studien für die Behandlung von Krebspatienten untersucht, bei denen sich das Tropomyosin-Rezeptor-Kinase (TRK)-Gen genetisch verändert hat. Diese Veränderung des TRK-Gens, die ein Merkmal vieler Krebserkrankungen ist, bewirkt eine unkontrollierte Zellkommunikation und Tumorwachstum.

"Erfolgsgeschichten von zielgerichteten Therapien in der pädiatrischen Onkologie sind selten, und Larotrectinib lässt uns hier hoffen", sagte Brian Turpin, leitender Prüfarzt der SCOUT-Studie und Assistenzprofessor der Onkologieabteilung des Cincinnati Kinderkrankenhaus. "Die nahezu hundertprozentige Ansprechrate von Larotrectinib und die überzeugende Dauer des Ansprechens bei an Krebs erkrankten Kindern, deren Tumore TRK-Fusionen aufweisen, wird wahrscheinlich die Behandlung nachhaltig verändern. Darüber hinaus unterstreicht das erstmalige Ansprechen eines TRK-Inhibitors überhaupt bei einem Patienten mit TRK-fusionsbedingten Glioblastom das Potenzial von Larotrectinib bei der Behandlung von TRK-fusionsbedingten Tumoren des zentralen Nervensystems."

"Diese Daten unterstreichen, dass Larotrectinib ein vom Alter und der Tumorart unabhängiges, konsistentes und dauerhaftes Ansprechen bei Patienten mit TRK-fusionsbedingten Krebsarten erzielen kann", sagte Robert LaCaze, Executive Vice President und Leiter der Strategischen Geschäftseinheit Onkologie bei Bayer. "Wir hoffen, dass diese Daten die nächsten Meilensteine des Wirkstoffs unterstützen und letztlich die Aussichten der betroffenen Patienten und ihrer Familien verbessern werden."

Zum 17. Juli 2017, dem Stichtag der Datenerhebung, waren 24 pädiatrische Patienten in die SCOUT-Studie aufgenommen, darunter 17 mit TRK-fusionsbedingten Krebserkrankungen. Darunter waren Tumorarten wie infantiles Fibrosarkom, Schilddrüsenkrebs und diverse Weichgewebssarkome. Die Gesamtansprechrate (Overall Response Rate, ORR) bei den Patienten mit TRK-positiven Tumoren betrug 93 Prozent, sowohl in der durch Prüfärzte gemachten Erhebung als auch durch ein unabhängiges Prüfgremium bestätigt. Unter den 17 Patienten mit TRK-positiven Tumoren sind 94 Prozent aller behandelten Patienten mit TRK-positiven Tumoren noch unter Therapie mit Larotrectinib oder konnten mit einer Heilungsabsicht operiert werden, vier Patienten sind länger als 1 Jahr in Behandlung und 12 Patienten länger als 6 Monate.

Das Nebenwirkungsprofil von Larotrectinib entsprach den bisher publizierten Daten. Die häufigsten behandlungsbedingten Nebenwirkungen bei der in der Phase II angewandten Dosis waren erhöhte Leberwerte, Neutropenie sowie Übelkeit, die meisten davon vom Grad 1.

Diese Daten werden in einer Poster-Session am 4. Dezember 2017 sowie in einer mündlichen Präsentation am 5. Dezember 2017 vorgestellt.

Über Larotrectinib (LOXO-101)
Larotrectinib (LOXO-101) ist ein potentes, orales und selektiv-wirksames neues Prüfmedikament, das sich derzeit in klinischer Entwicklung für die Behandlung von Patienten mit Krebserkrankungen verschiedener Art befindet, bei denen Abnormalitäten im Zusammenhang mit Tropomyosin-Rezeptor-Kinasen (TRKs) eine Rolle spielen. Zahlreiche Untersuchungen legen nahe, dass die neurotrophen TRK-Gene (NTRK-Gene), die für TRKs codieren und normalerweise hauptsächlich für Verbindungen der Nervenzellen wichtig sind, abnorme Fusionen mit anderen Genen eingehen können. Das führt zu Wachstumssignalen, die in zahlreichen anderen Körperbereichen krebsauslösend wirken können.

In einer Analyse von 55 Erwachsenen und Kindern, die verschiedene Arten von soliden Tumoren mit TRK-Fusion aufwiesen und nach RECIST-Kriterien ausgewertet wurden, zeigte Larotrectinib eine bestätigte Gesamtansprechrate (overall response rate, ORR) von 75 Prozent laut unabhängigem Review, und eine durch Prüfärzte ermittelte ORR von 80 Prozent. Larotrectinib hat in den USA für die Behandlung von soliden Tumoren mit NTRK-Fusionsproteinen und in Europa für Weichgewebesarkome den Status als "Orphan Drug" (Arzneimittel für seltene Leiden) erhalten. Darüber hinaus hat die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA Larotrectinib den Status einer "Breakthrough-Therapy Designation" gegeben. Dieser gilt für die Behandlung von nicht-resezierbaren oder metastasierenden soliden Tumoren mit NTRK-Fusionsproteinen bei Erwachsenen und Kindern, die eine systemische Therapie benötigen und deren Krankheit nach Vorbehandlung fortgeschritten ist und für die es keine akzeptablen Behandlungsalternativen gibt.

Weitere Informationen über die klinischen Studien mit Larotrectinib oder LOXO-195 sind unter www.clinicaltrials.gov oder auf der Website www.loxooncologytrials.com verfügbar. Larotrectinib und LOXO-195 sind weder von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) noch von der Europäischen Arzneimittelagentur oder anderen Gesundheitsbehörden zugelassen.

Über Krebserkrankungen mit TRK-Fusionen
TRK-Fusionen sind Chromosomenmutationen, die auftreten, wenn eines der NTRK-Gene (NTRK1, NTRK2, NTRK3) sich auf abnorme Weise mit einem anderen, nicht zusammenhängenden Gen verbindet (z.B. ETV6, LMNA, TPM3). Diese Anomalie führt zu einer unkontrollierten und möglicherweise krebsauslösenden Zellkommunikation. TRK-Fusionen sind insgesamt selten, kommen aber bei vielfältigen soliden Tumorerkrankungen bei Erwachsenen wie auch Kindern vor. Dazu zählen das Appendixkarzinom, Brustkrebs, Gallengangskarzinome, Dickdarmkrebs, GIST (gastrointestinale Stromatumoren), Fibrosarkome bei Kindern, Lungenkrebs, MASC (mammary analogue secretory carcinoma) der Speicheldrüse, Melanome, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Schilddrüsenkrebs und verschiedene Sarkome. TRK-Fusionen lassen sich mithilfe verschiedener diagnostischer Tests erkennen, darunter zielgerichtete Next-Generation-Sequenzierung (NGS), Immunhistochemie (IHC), Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH). Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.TRKtesting.com.

Krebserkrankungen mit genetischen Veränderungen
Seit langem arbeiten Wissenschaftler daran, ein besseres Verständnis darüber zu gewinnen, wie eine normale Zelle zu einer Tumorzelle wird, um bessere Therapien mit weniger Nebenwirkungen zu entwickeln. Manche Menschen bekommen Krebs, dessen Ursache eine einzige ungünstige DNA-Veränderung ist und die als "onkogener Treiber" bezeichnet wird. Wenn mittels Gentest ein Patient mit einem onkogenen Treiber identifiziert wird, besteht das Potenzial, hochselektive Arzneimittel zur Hemmung der onkogenen Treiber anzuwenden. In den letzten Jahrzehnten sind beachtliche Fortschritte zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse bei Krebspatienten erzielt worden. Gleichzeitig wächst das Interesse, sehr zielgerichtete onkologische Medikamente zu entwickeln, die den klinischen Nutzen der Patienten weiter maximieren sollen. Unterstützt wird diese Entwicklung durch den verstärkten Einsatz von Gentests in der klinischen Krebsmedizin und Verbesserung von chemischen Verfahren zur Herstellung von hochselektiven Inhibitoren, die sich gegen einzelne Targets in der Krebszelle richten.

Onkologie bei Bayer
Mit dem Ziel, das Leben von Menschen zu verbessern, arbeitet Bayer an der Erweiterung seines Portfolios für innovative Behandlungen. Der Onkologiebereich bei Bayer umfasst vier zugelassene Präparate sowie weitere Wirkstoffe in verschiedenen Phasen der klinischen Entwicklung. Alle diese Produkte spiegeln den Forschungsansatz des Unternehmens wider, der die Suche nach geeigneten Zielmolekülen (Targets) zur Krebsbehandlung in den Vordergrund stellt.

Bayer: Science For A Better Life
Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Life-Science-Gebieten Gesundheit und Agrarwirtschaft. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen will das Unternehmen den Menschen nützen und zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Gleichzeitig will der Konzern Werte durch Innovation, Wachstum und eine hohe Ertragskraft schaffen. Bayer bekennt sich zu den Prinzipien der Nachhaltigkeit und handelt als "Corporate Citizen" sozial und ethisch verantwortlich. Im Geschäftsjahr 2016 erzielte der Konzern mit rund 99.600 Beschäftigten einen Umsatz von 34,9 Milliarden Euro. Die Investitionen beliefen sich auf 2,2 Milliarden Euro und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 4,4 Milliarden Euro. Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter www.bayer.de

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