14. Februar 2019
ASCO-GU Kongress 2019

Darolutamid plus Androgendeprivationstherapie (ADT) verlängert signifikant das metastasenfreie Überleben im Vergleich zu Placebo plus ADT mit einem positiven Sicherheitsprofil beim nicht metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom

Statistisch signifikante Verbesserung des metastasenfreien Überlebens (Metastasis-Free Survival, MFS), mit einem mittleren MFS von 40,4 Monaten unter Darolutamid plus Androgendeprivationstherapie (ADT) im Vergleich zu Placebo plus ADT (18,4 Monate) / Positiver Trend beim Gesamtüberleben mit Reduktion des Sterberisikos um 29 % zum Zeitpunkt der Zwischenanalyse (P=0,045) / Durch die Behandlung verursachte unerwünschte Ereignisse traten bei Darolutamid plus ADT ähnlich häufig auf wie bei Placebo plus ADT / Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde unter Darolutamid aufrecht erhalten / Erste Ergebnisse der Phase-III-Studie ARAMIS für den Androgenrezeptor-Antagonisten Darolutamid beim ASCO-GU Kongress (American Society of Clinical Oncology Genitourinary Cancers Symposium) vorgestellt und gleichzeitig in The New England Journal of Medicine veröffentlicht

Abstract: 140

Berlin, 14. Februar 2019
- Aktuelle Ergebnisse aus der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie ARAMIS für Patienten mit nicht metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (nmCRPC) haben eine statistisch signifikante Verlängerung des metastasenfreien Überlebens (MFS) bei Behandlung mit Darolutamid plus Androgendeprivationstherapie (ADT) im Vergleich zu Placebo plus ADT (HR = 0,41, 95 % CI 0,34-0,50; P<0,001) gezeigt. Dies bedeutet eine Reduktion des Metastasen- oder Sterberisikos um 59 %. Das mittlere MFS betrug im Studienarm mit Darolutamid 40,4 Monate vs.18,4 Monate im Placebo-Arm. Damit verlängerte sich das mittlere MFS insgesamt um 22 Monate.

Darüber hinaus wurde ein positiver Trend für das Gesamtüberleben (Overall Survival, OS) beobachtet (HR = 0,71, 95 % CI 0,50-0,99; P = 0,045), Zudem zeigten alle anderen sekundären Endpunkte einen Vorteil zugunsten von Darolutamid. Bedeutsam ist auch, dass das Auftreten therapiebezogener unerwünschter Ereignisse (UE), die mit 5 % oder häufiger auftraten, bzw. UE der Grade 3-5 im Darolutamid-Arm und im Placebo-Arm der Studie vergleichbar war. Lediglich Fatigue trat bei über 10 % der Patienten auf (12,1 % bei Darolutamid plus ADT im Vergleich zu 8,7 % bei Patienten mit Placebo plus ADT). Die Ergebnisse bezogen auf die Lebensqualität waren in beiden Behandlungsgruppen ähnlich.

Diese Daten wurden beim ASCO-GU Kongress (American Society of Clinical Oncology Genitourinary Cancers Symposium) in San Francisco präsentiert und gleichzeitig in The New England Journal of Medicine veröffentlicht.

"Neben einem Vorteil beim MFS ist ein günstiges Sicherheitsprofil sehr wichtig für diese weitgehend symptomfreien nmCRPC-Patienten, da Behandlungsentscheidungen Auswirkungen auf ihr allgemeines Wohlbefinden, ihre Prognose und ihre Therapietreue haben können und darüber hinaus Wechselwirkungen mit den für diese Patienten typischen Medikamenten berücksichtigt werden müssen. Diese Daten sind sehr vielversprechend für Prostatakrebspatienten. Sie zeigen, dass Darolutamid nicht nur der Ausbreitung des Prostatakarzinoms signifikant entgegenwirkt, sondern auch ein günstiges Verträglichkeitsprofil aufweist, das es den Patienten ermöglicht, nach der Zulassung des Wirkstoffs ihren normalen Alltag weiterzuleben", sagte Karim Fizazi, Professor für Medizin am Institut Gustave Roussy der Universität Paris-Süd, Frankreich.

"In den vergangenen Jahren wurden viele neue Behandlungsoptionen auf dem Gebiet des Prostatakarzinoms entwickelt, doch es besteht weiterhin ein medizinischer Bedarf, besonders bei der Versorgung der Patienten mit Therapien, die nicht nur wirksam sind, sondern auch ein Sicherheitsprofil aufweisen, das ihr Leben nicht mit zusätzlicher Toxizität belastet", erläuterte Scott Z. Fields, M.D., Senior Vice President und Leiter der onkologischen Entwicklung in der Division Pharmaceuticals von Bayer. "Bayer arbeitet unablässig daran, behandlungsbedürftigen Patienten innovative, wirksame und verträgliche Therapien zur Verfügung zu stellen. Mit den positiven Ergebnissen der ARAMIS-Studie sind wir unserem Ziel, Patienten und Ärzten Darolutamid anbieten zu können, einen Schritt näher gekommen."

Auf Basis der Daten aus der ARAMIS-Studie plant Bayer Gespräche mit den Gesundheitsbehörden über nächste Schritte für neue Zulassungsanträge. Bayer hat von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration (FDA) für Darolutamid zur Behandlung von Männern mit nmCRPC den sogenannten "Fast-
Track"-Status erhalten. Darolutamid wird gemeinsam von Bayer und Orion Corporation, einem in Finnland ansässigen biopharmazeutischen Unternehmen, entwickelt.

Detaillierte Studienergebnisse

Die beobachtete Verbesserung des MFS durch Darolutamid erstreckte sich konsistent über alle Patientenuntergruppen. In einer Zwischenanalyse des OS zeigte Darolutamid einen positiven Trend mit einer Reduzierung des Sterberisikos um 29 % (HR = 0,71, 95 % CI 0,50-0,99; P = 0,045, Median nicht erreicht).

Darüber hinaus war bei Darolutamid plus ADT im Vergleich zu Placebo plus ADT ein signifikanter Vorteil bei der Zeit bis zur Verschlimmerung der Schmerzen (40,3 Monate im Vergleich zu 25,4 Monaten; HR = 0,65, 95 % CI 0,53-0,79; P<0,001) und der Zeit bis zur zytotoxischen Chemotherapie (Median nicht erreicht im Vergleich zu 38,2; HR = 0,43, 95 % CI 0,31-0,60; P<0,001) zu beobachten. Auch bei einem weiteren sekundären Endpunkt, der Zeit bis zum ersten symptomatischen skelettalen Ereignis (SSE), zeigte sich ein Vorteil zugunsten von Darolutamid (Median nicht erreicht). Darolutamid verlängerte das progressionsfreie Überleben (Progression-Free Survival, PFS) (36,8 Monate im Vergleich zu 14,8 Monaten; HR = 0,38, 95 % CI 0,32-0,45; P<0,001) und senkte das Risiko von lokaler Progression, Fernmetastasen oder Tod um 62 %.

Die Inzidenz von UE, die durch die Behandlung verursacht wurde, war bei Darolutamid und Placebo ähnlich; die meisten UE gehörten der Kategorie 1 und 2 an (55 Prozent bei Darolutamid plus ADT und 54 Prozent bei Placebo plus ADT). Gegenüber Placebo plus ADT erhöhte Darolutamid plus ADT die Anzahl kritischer UE nicht; dazu gehören unter anderem Anfälle, Stürze, Brüche, Hautausschlag, kognitive Störungen, psychische Beeinträchtigungen oder Bluthochdruck. Patienten mit vorbestehenden Anfallsleiden waren nicht von der Studie ausgeschlossen gewesen.

Die Ergebnisse der PRO (Patient Reported Outcomes)-basierten Endpunkte (basierend auf den Fragebögen FACT-P (Functional Assessment of Cancer Therapy-Prostate), EORTC-QLQ-PR25 (European Organisation for Research and Treatment of Cancer Quality of Life) und EQ-5D-3L) zeigten, dass die gesundheitsbezogene Lebensqualität (Health-Related Quality of Life, HRQoL) erhalten blieb und unter Darolutamid einen positiven Trend gegenüber dem Placebo aufwies.

Über das Design der ARAMIS-Studie
Die ARAMIS-Studie ist eine randomisierte, doppelblind und multizentrisch durchgeführte, placebokontrollierte Phase-III-Studie. Untersucht werden die Wirksamkeit und Sicherheit des oral einzunehmenden Präparats Darolutamid bei Patienten mit nmCRPC, die derzeit Androgendeprivationstherapie (ADT) als Standardbehandlung erhalten und ein Risiko für eine Metastasierung haben. 1.509 Patienten wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert und erhielten entweder zweimal täglich 600 mg Darolutamid oder ein Placebo.

Der primäre Endpunkt dieser Studie ist das metastasenfreie Überleben (Metastasis-Free Survival, MFS), das definiert ist als die Zeit zwischen der Randomisierung und dem Auftreten von Metastasen oder dem Tod (unabhängig von der Todesursache). Die sekundären Studienziele umfassen das Gesamtüberleben, die Zeit bis zum ersten symptomatischen skelettbezogenen Ereignis (SSE, symptomatic skeletal event), die Zeit bis zur erstmaligen Verabreichung einer zytotoxischen Chemotherapie, die Zeit bis zum Fortschreiten des Schmerzes, sowie die Charakterisierung der Sicherheit und Verträglichkeit von Darolutamid.

Über das kastrationsresistente Prostatakarzinom (CRPC)
Das Prostatakarzinom ist die weltweit zweithäufigste Krebsart bei Männern. Im Jahr 2018 wird Schätzungen zufolge bei etwa 1,2 Millionen Patienten weltweit ein Prostatakarzinom diagnostiziert, und rund 358.000 Patienten werden an der Krankheit sterben. Das Prostatakarzinom ist damit die fünfthäufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern.

Dieser Krebs entsteht durch die abnorme Vermehrung von Zellen in der Prostata (Vorsteherdrüse) im Reproduktionstrakt des Mannes. Er betrifft hauptsächlich Männer über 50, und das Risiko daran zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter immer weiter an.

Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von der Operation über die Bestrahlung bis hin zur Verabreichung von Hormonrezeptor-Antagonisten - also Substanzen, die die Bildung des männlichen Sexualhormons Testosteron verhindern oder dessen Wirkung am Zielorgan blockieren. Allerdings wird der Tumor gegen die konventionelle Hormontherapie in fast allen Fällen irgendwann resistent.

CRPC ist eine fortgeschrittene Form des Prostatakarzinoms, charakterisiert durch einen andauernden und hohen Androgenrezeptor-Spiegel sowie eine Resistenz gegen konventionelle Anti-Androgene (Testosteronblocker). Die Medizin macht auf diesem Gebiet derzeit große Fortschritte. Bisher gibt es jedoch keine Standardtherapie für CRPC-Patienten, deren PSA-Werte während der Hormontherapie ansteigen, bei denen jedoch noch keine Metastasen nachweisbar sind. Männer mit fortschreitendem nmCRPC, deren PSA-Wert sich in kurzer Zeit verdoppelt, haben oftmals eine kürzere Zeit bis zur Tumorstreuung und letztlich auch bis zum Tod.

Über Darolutamid
Darolutamid ist ein nicht-steroidaler Androgenrezeptor-Antagonist mit einer markanten chemischen Struktur, der aufgrund seiner spezifischen chemischen Struktur mit hoher Affinität an den Rezeptor bindet und eine starke antagonistische Wirkung zeigt. Dies hemmt die Rezeptorfunktion und das Wachstum der Prostatakrebszellen. Neben der Phase-III-Studie ARAMIS für Männer mit nmCRPC wird Darolutamid auch in einer Phase-III-Studie über das metastatische hormonsensitive Prostatakarzinom (ARASENS) untersucht. Informationen über diese Studien finden Sie unter www.clinicaltrials.gov.

Darolutamid ist weder von der FDA noch von der Europäischen Kommission oder einer anderen Gesundheitsbehörde zugelassen.

Über Onkologie bei Bayer Mit dem Ziel, das Leben von Menschen zu verbessern, arbeitet Bayer an der Erweiterung seines Portfolios für innovative Behandlungen. Der Onkologiebereich bei Bayer umfasst fünf zugelassene Präparate sowie weitere Wirkstoffe in verschiedenen Phasen der klinischen Entwicklung. Alle diese Produkte spiegeln den Forschungsansatz des Unternehmens wider, der die Suche nach geeigneten Zielmolekülen (Targets) zur Krebsbehandlung in den Vordergrund stellt.

Über Bayer
Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Life-Science-Gebieten Gesundheit und Agrarwirtschaft. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen will das Unternehmen den Menschen nützen und zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Gleichzeitig will der Konzern Werte durch Innovation, Wachstum und eine hohe Ertragskraft schaffen. Bayer bekennt sich zu den Prinzipien der Nachhaltigkeit und handelt als "Corporate Citizen" sozial und ethisch verantwortlich. Im Geschäftsjahr 2017 erzielte der Konzern mit rund 99.800 Beschäftigten einen Umsatz von 35,0 Milliarden Euro. Die Investitionen beliefen sich auf 2,4 Milliarden Euro und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 4,5 Milliarden Euro. Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter www.bayer.de

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