26. April 2019
Vorstandsvorsitzender Werner Baumann auf der Hauptversammlung der Bayer AG:

"Wir haben sowohl operativ wie auch strategisch viel erreicht"

Bayer heute das führende Unternehmen im Agrarbereich / Klagen und erste Urteile zu Glyphosat belasten / Umsatz und Ergebnis im Jahr 2018 gesteigert / Dividende von 2,80 Euro vorgeschlagen - Rekordausschüttung von Bayer / Erfolgreicher Start in das Geschäftsjahr 2019 - Ausblick bestätigt

Leverkusen, 26. April 2019 - Der Bayer-Konzern blickt auf ein erfolgreiches, aber auch schwieriges Geschäftsjahr zurück. "Wir haben sowohl operativ wie auch strategisch viel erreicht", sagte der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann am Freitag auf der Hauptversammlung in Bonn. Auf der anderen Seite hätten die Aktionäre erhebliche Verluste im Aktienkurs hinnehmen müssen. "Da gibt es nichts zu beschönigen. Die Klagen und die ersten Urteile zu Glyphosat lasten schwer auf unserem Unternehmen und verunsichern viele Menschen", sagte Baumann. Der wahre Wert des Unternehmens spiegele sich im aktuellen Kurs nicht wider. Bayer arbeite mit Hochdruck daran, sich in den Berufungsverfahren und den kommenden Gerichtsverhandlungen erfolgreich zu verteidigen.

Der Vorstandsvorsitzende ging noch einmal ausführlich auf die Übernahme von Monsanto ein. Bayer sei heute das führende Unternehmen im Agrarbereich. "Aufgrund der hervorragenden Aufstellung unserer Geschäfte, dem großen Potenzial für unsere Kunden, den Möglichkeiten für eine nachhaltigere Landwirtschaft sowie auch im Hinblick auf die wirtschaftliche Logik war und ist der Erwerb von Monsanto der richtige Schritt", sagte Baumann. Die Integration verlaufe schneller als geplant und insgesamt erfolgreich.

Zudem begründete Baumann die Übernahme als wichtigen Schritt in der strategischen Entwicklung des Unternehmens. "Wir haben unsere Geschäfte in den vergangenen Jahren konsequent an langfristigen Wachstumstrends in attraktiven Märkten ausgerichtet und damit Bayer zu einem fokussierten sowie wachstums- und ertragsstarken Unternehmen entwickelt." Als führendes Life-Science-Unternehmen für Gesundheit und Ernährung könne Bayer zur Lösung einiger der größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit beitragen - wie der Bekämpfung von Hunger und der Verbesserung der Gesundheitsversorgung.

Im Agrarbereich habe Bayer nun führende Geschäfte im chemischen und biologischen Pflanzenschutz, beim Saatgut und in der digitalen Landwirtschaft. "Wir sind schon heute profitabler als unsere direkten Wettbewerber. Wir haben die richtigen Leute und eine hervorragende regionale Aufstellung. Damit können wir unsere Ertragskraft weiter steigern und in den nächsten Jahren schneller wachsen als der Markt", so Baumann. "Wir sind darüber hinaus wie kein anderes Unternehmen in der Lage, mit unserer Innovationskraft zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft beizutragen und gleichzeitig eine ausreichende und gesunde Ernährung sicherzustellen."

Die Transaktion lohne sich auch finanziell: "Wir werden aus der Übernahme von Monsanto ab 2022 Synergien in Höhe von jährlich einer Milliarde Euro realisieren", sagte Baumann. Mit den kartellrechtlich geforderten Verkäufen an BASF sei ein attraktiver Preis in Höhe von 7,3 Milliarden Euro und ein Gewinn von 4,0 Milliarden Euro erzielt worden. Auch die Finanzverschuldung sei inzwischen deutlich geringer als erwartet.

"Die Sicherheit unserer Kunden steht immer an erster Stelle"

"Bayer steht weltweit für Qualität, Transparenz und Vertrauen. Diese Reputation entspricht unserem Anspruch als führendes Life-Sciences-Unternehmen und ist zugleich ein Ansporn für die Zukunft. Das gilt natürlich auch für das kombinierte Crop-Science-Geschäft, das wir - genau wie alle unsere Geschäfte - nach den Bayer-Maßstäben führen. Ohne Wenn und Aber", sagte Baumann. "Die Sicherheit unserer Kunden, Patienten und Konsumenten steht für uns alle bei Bayer immer und überall an erster Stelle."

Der Vorstand habe sich vor Abschluss der Übernahmevereinbarung mit Monsanto im September 2016 sehr eingehend mit den Chancen und Risiken der Transaktion auseinandergesetzt und diese sorgfältig abgewogen, hob Baumann hervor. Dabei seien selbstverständlich auch die Risiken im Zusammenhang mit Glyphosat geprüft worden. Basierend auf allen verfügbaren Informationen habe der Vorstand das Haftungsrisiko im Zusammenhang mit Glyphosat als gering bewertet, so Baumann. Insgesamt habe der Vorstand dabei in jeder Hinsicht pflichtgemäß gehandelt. Zu dieser Einschätzung kommt ein externes Gutachten der renommierten Anwaltskanzlei Linklaters, das der Aufsichtsrat im September 2018 in Auftrag gegeben hatte, sowie ein zweites unabhängiges Gutachten von Prof. Mathias Habersack von der Universität München aus dem Frühjahr 2019.

Bayer stütze seine Einschätzung zu Glyphosat auf die Wissenschaft und auf die praktische Erfahrung der Landwirtschaft seit mehr als 40 Jahren, sagte Baumann weiter. Regulierungsbehörden weltweit haben Glyphosat-basierte Produkte zugelassen und immer wieder bestätigt, dass Glyphosat bei sachgerechter Anwendung sicher und nicht krebserregend ist. Nachdem die Internationale Agentur für Krebsforschung - die IARC - im Jahr 2015 Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft hatte, haben die großen Regulierungsbehörden Glyphosat noch einmal gründlich untersucht - und ihre frühere Einschätzung bestätigt. Bayer sei daher nach wie vor von der Sicherheit von Glyphosat überzeugt, sagte Baumann.

Zahl der Klagen erwartungsgemäß weiter gestiegen

Zugleich betonte Baumann die immense Bedeutung von Glyphosat für die weltweite Nahrungsversorgung sowie eine nachhaltige Landwirtschaft mit weniger Flächenverbrauch, weniger Bodenerosion und weniger Freisetzung von Kohlendioxid. "Landwirte auf der ganzen Welt setzen Glyphosat verantwortungsvoll ein, um Ernten zu schützen und Menschen zu ernähren. Aus diesen Gründen werden wir auch im Namen unserer Kunden Glyphosat weiterhin entschieden verteidigen", sagte er.

Die Zahl der Klagen im Zusammenhang mit Glyphosat ist unterdessen erwartungsgemäß weiter gestiegen. Bis zum 11. April 2019 wurden Monsanto Klagen von etwa 13.400 Klägern zugestellt. "Diese Zahl lässt keine Aussage darüber zu, ob die geltend gemachten Vorwürfe begründet sind oder nicht", erläuterte Baumann. Zudem gebe es zum aktuellen Zeitpunkt noch kein einziges rechtskräftiges Gerichtsurteil zu Glyphosat, sondern zwei Jury-Entscheidungen in erster Instanz. Gegen die erste Entscheidung im Fall von Dewayne Johnson hat Bayer Berufung eingelegt. Bei der zweiten Entscheidung - im Fall von Edwin Hardeman - wird Bayer ebenfalls Rechtsmittel einlegen.

Erfolgreicher Start ins Geschäftsjahr 2019

Operativ hat Bayer seine Ziele im Jahr 2018 erreicht - gemessen an der Prognose, die nach Vollzug der Akquisition aktualisiert wurde. Um die Aktionäre auch für das Geschäftsjahr angemessen am Erfolg des Unternehmens zu beteiligen, soll wie im Vorjahr eine Dividende von 2,80 Euro je Aktie fließen. Aufgrund der höheren Aktienzahl ist das insgesamt eine neue Rekordausschüttung für das Unternehmen.

Der Umsatz des Bayer-Konzerns erhöhte sich 2018 währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) um 4,5 (nominal 13,1) Prozent auf rund 39,6 Milliarden Euro. Das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA legte - trotz negativer Währungseffekte - um 2,8 Prozent auf rund 9,5 Milliarden Euro zu. Das bereinigte Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft übertraf mit 5,94 Euro die Erwartung - der Rückgang um 10,5 Prozent hing unter anderem mit der gestiegenen Aktienzahl zusammen.

Baumann bedankte sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement: "Mit ihrem großartigen und oftmals weit überdurchschnittlichen Einsatz hatten sie maßgeblichen Anteil am Erreichen unserer operativen Ziele im vergangenen Jahr."

Auch in das Geschäftsjahr 2019 ist Bayer erfolgreich gestartet. Der Konzernumsatz stieg im ersten Quartal wpb. um 4,1 Prozent auf rund 13 Milliarden Euro. Nominal betrug der Anstieg 42,4 Prozent, was vor allem an der Akquisition liegt. Das EBITDA vor Sondereinflüssen erhöhte sich um 44,6 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro, wenngleich negative Währungseffekte allein das bisherige Bayer-Geschäft mit 110 Millionen Euro belasteten.

Für das Geschäftsjahr 2019 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von etwa 46 Milliarden Euro. Bereinigt um Portfolioveränderungen und Währungseinflüsse entspricht dies einem Zuwachs von etwa 4 Prozent. Das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA soll im Jahr 2019 auf etwa 12,2 Milliarden Euro steigen und das bereinigte Ergebnis je Aktie auf etwa 6,80 Euro.

Gute Fortschritte bei den angekündigten Portfoliomaßnahmen

Zu den umfassenden Portfolio- sowie Effizienz- und Strukturmaßnahmen, die Vorstand und Aufsichtsrat im vergangenen November beschlossen haben, sagte Baumann: "Wir wollen damit unsere Kerngeschäfte weiter stärken sowie die Produktivität und Ertragskraft des Unternehmens deutlich steigern." Zu den Portfolio-Maßnahmen zählen der angekündigte Verkauf der Marken Coppertone™ und Dr. Scholl's™, der Verkauf des 60-prozentigen Anteils an Currenta sowie der Ausstieg aus dem Animal-Health-Geschäft. "Wir machen bei allen diesen Projekten gute Fortschritte", sagte Baumann und bekräftigte die am Vortag kommunizierte Absicht, Animal Health zu verkaufen - dabei würden aber weiterhin alle wertmaximierenden Optionen eines Ausstiegs geprüft.

Die Effizienz- und Strukturmaßnahmen gehen einher mit dem geplanten Abbau von weltweit etwa 12.000 Arbeitsplätzen bis Ende 2021, darunter 4.500 Arbeitsplätze in Deutschland. "Wir sind uns der Tragweite dieser Entscheidungen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewusst und setzen die Maßnahmen deshalb fair, verantwortungsvoll und in enger Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern um", sagte Baumann.

Der Vorstandsvorsitzende bestätigte auch die ambitionierten mittelfristigen Ziele von Bayer: Ohne Berücksichtigung von Portfoliomaßnahmen und zu konstanten Wechselkursverhältnissen aus dem Jahr 2018 soll das bereinigte EBITDA bis 2022 auf rund 16 Milliarden Euro steigen und das bereinigte Ergebnis je Aktie auf etwa 10 Euro. Ebenfalls bis 2022 will Bayer insgesamt 35 Milliarden Euro in die Weiterentwicklung des Unternehmens investieren - davon mehr als zwei Drittel in Forschung und Entwicklung. "Diese Investitionen stehen für unser Vertrauen in die Zukunft und für unsere Überzeugung, die Zukunft mit innovativen Lösungen zu gestalten", so Baumann.

Über Bayer
Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Life-Science-Gebieten Gesundheit und Ernährung. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen will das Unternehmen den Menschen nützen, indem es zur Lösung grundlegender Herausforderungen einer stetig wachsenden und alternden Weltbevölkerung beiträgt. Gleichzeitig will der Konzern seine Ertragskraft steigern sowie Werte durch Innovation und Wachstum schaffen. Bayer bekennt sich zu den Prinzipien der Nachhaltigkeit und steht mit seiner Marke weltweit für Vertrauen, Zuverlässigkeit und Qualität. Im Geschäftsjahr 2018 erzielte der Konzern mit rund 117.000 Beschäftigten einen Umsatz von 39,6 Milliarden Euro. Die Investitionen beliefen sich auf 2,6 Milliarden Euro und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 5,2 Milliarden Euro. Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter www.bayer.de

Hinweise an die Redaktionen:

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- Redetext und Charts von Werner Baumann (ab ca. 10.00 Uhr MESZ),
- aktuelle Bayer-Fotos sowie Bilder von der Hauptversammlung (zeitnah).

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- Aufzeichnung von der Eröffnung der Hauptversammlung bis zum Ende der Rede von Werner Baumann (ab ca. 15.00 Uhr MESZ).

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